„Bremer Bauwagenbewohner suchen immer noch eine Heimat“

kopiert von buten & binnen

Seit mehr als anderthalb Jahren sucht die Ölhafen-Wagenplatzgruppe nach einem Stellplatz in Bremen. Mehrere Angebote schlug sie aus. Laut Stadtplaner ist die Stadt langsam genervt.


Die Ölhafen-Crew parkt in der Nähe der Universität Bremen – doch lange dürfen sie dort nicht mehr bleiben.

Die Luft ist klar und kühl an diesem Mittwochmorgen, das Thermometer misst zwei Grad. Das spärliche Gras auf der Wiese vor den Wohnwagen wirkt wie durch die Winterkälte ausgetrocknet. Mo* (Name von der Redaktion geändert), die Kapuze hochgezogen, sitzt auf einem roten Plastikstuhl vor einem Gartentisch. Etwas weiter schwelt das Feuer in einem offenen Eimer neben einem Liegestuhl, der an wärmere Tage erinnert. Eine heiße Teekanne steht auf dem Tisch. Ob es im Winter nicht ein bisschen zu kalt sei, um in einem Bauwagen zu leben? Mo lächelt, als wäre ihm die Frage nicht zum ersten Mal gestellt worden. „In meinem Wagen gibt es einen Ofen, es ist warm genug, dass man sich morgens leicht bekleidet bewegen kann. Wir haben Solarpanels, Strom und Wasser durch Tanks oder Kanister in den Wohnmobilen.“

Continue reading

a-kino: Reihe 1918/19: Rosa Luxemburg

Im Dezember gibt es noch ein letztes Mal a-kino im Umsonstladen, mit kleiner Abschiedsfeier, Punsch und Keksen, bevor wir ab Januar in den Infoladen im Viertel umziehen.

Mittwoch, 19. Dezember 2018 | 19 Uhr | Umsonstladen

ROSA LUXEMBURG
Das Biopic erzählt einfühlsam aus der subjektiven Perspektive der Revolutionärin, die am 15. Januar 1919 mit Billigung der damaligen SPD-Führung ermordet wurde. In Rückblenden, basierend auf ihren Briefen, wird die Entstehung der komplexen Persönlichkeit, ihrer Zivilcourage, großen Liebe und unbestechlichen Moral entwickelt, sowie die Beweggründe ihres Kampfes gegen den Krieg und für den Sozialismus. Wenn auch ihr Wirken in der Revolution 1918/19 und die Vorgeschichte und Umstände ihrer Ermordung schemenhaft bleiben, gibt der Film doch Einblicke in ihre Ablösung von der kaisertreuen SPD-Führung.

Continue reading

VA: „Arbeitskämpfe und Automatisierung in China und Deutschland“

Dienstag, 18. Dezember 2018 | 18 Uhr | Stadtteilladen (Liegnitzstr.12)

Der chinesische Aktivist XU Hui zu Gast im Stadtteilladen in Gröpelingen

XU Hui aus dem südchinesischen Guandong hat sich als Studentenaktivist mit Betriebsarbeit und Arbeitskämpfen beschäftigt. In Deutschland gab es in den 60er und 70er Jahren eine Bewegung unter Studierenden, die bewußt in Betriebe gingen, um die Auseinandersetzungen dort besser zu verstehen und die Kämpfe voranzutreiben. Heute gibt es in China eine Reihe von Studenten, die mit ähnlicher Motivation in Betriebe gehen.

Er ging in verschiedene Unternehmen, um den Arbeitern Wissen über das chinesische Arbeitsrecht und Möglichkeiten der Gegenwehr zu vermitteln, die Arbeitsbedingungen zu untersuchen und zu dokumentieren.
International Furore machten seine bei der Arbeit bei Foxconn gesammelten Dokumentation der unmenschlichen Arbeitsbedingungen, die zu einer Welle an Selbstmorden geführt haben. Seine informationen und herausgeschmuggelten Filmdokumente wurden von der Weltpresse weiterverbreitet und sorgten für ein internationales Interesse an den Arbeitsbedingungen an „der Werkbank der Welt“.

XU Hui forschte in China zur Geschichte der Arbeiterbewegung in Guandong, zu Arbeitsbedingungen und sozialen Bewegungen. Zur Zeit forscht er an der Uni Jena zu Industrie 4.0 und vergleicht die Bedingungen in China und Deutschland. In China gibt es Arbeiterzentren, die dem Projekt Solidarisch in Gröpelingen mit dem Stadtteilladen recht ähnlich sind. Er will von seinen Aktivitäten berichten, die Situation in China beschreiben, doch möchte er auch von uns erfahren, wie unsere Erfahrungen hier aussehen und er hofft auf eine rege Diskussion.

Solidarisch in Gröpelingen
Bremen macht Feierabend

Vorbereitungstreffen für 1. Mai Demo

Aufruf zum Vorbereitungstreffen für eine
internationalistische revolutionäre 1. Mai Demonstration in Bremen

Mittwoch, 16.01.2019 | 19 Uhr | Paradox

Der 1. Mai ist für Revolutionär*innen in vielen Ländern ein wichtiger Tag, um der eigenen Geschichte und den Kämpfen der Arbeiter*innenbewegung zu gedenken, zusammen zu kommen und sich miteinander zu solidarisieren und die eigenen Kämpfe gemeinsam auf die Straße zu tragen. Weltweit fanden deshalb und finden vielerorts noch immer am 1. Mai große kämpferische Demonstrationen statt.

Anders als in vielen Ländern und in manch anderen Städten in der BRD wird der Charakter des 1. Mai in Bremen seit Jahren weitgehend von den offiziellen Gewerkschaftsapparaten und Parteien und den Reden ihrer Funktionär*innen bestimmt. Eine klare Kritik am Kapitalismus und kämpferische Perspektiven sind auf der Bühne entsprechend nur selten zu hören – als gute Sozialpartner haben sich die DGB-Gewerkschaften und bürgerlichen Parteien schon lange mit dem Kapitalismus angefreundet und zu seiner Weiterentwicklung beigetragen.

Continue reading

VA: „Flucht als Verbrechen“

Veranstaltung mit Aktivist*innen von Mare Liberum, Solidarity at Sea und Together we are Bremen

Samstag, 22. Dezember 2018 | 16:30 Uhr | Lichthaus Gröpelingen

Wir wollen euch über die aktuellen Entwicklungen an den EU-Außengrenzen informieren. Am Beispiel der Iuventa-Crew zeigen wir wie aktuell humanitäre Helfer*innen in Europa kriminalisiert werden und welche Rolle faschistische Strukturen dabei spielen. In Zusammenarbeit mit Initiativen aus eurer Stadt werden wir über die Situation bei euch sprechen. Ihr habt so auch die Gelegenheit mit lokalen Aktivist*innen ins Gespräch zu kommen und selber vor Ort aktiv zu werden!

Continue reading

VA: „Rechte Umtriebe“

Im Januar 2019 bietet der Antifa-AK des AStA Uni Bremen eine Vortragsreihe zum Thema “Rechte Umtriebe” an!

Längst ist landläufig anerkannt, dass in den vergangenen Jahren ein „Rechtsruck“ in der Gesellschaft stattgefunden hat – dass rassistische Hetze seit Pegida wieder zum Fundus des Sagbaren gehört und zu „Sorgen besorgter Bürger*innen“ verklärt wird, dass die Präsenz rechtsradikaler Kräfte in Parlamenten seit den erschreckenden Erfolgen der AfD normal geworden ist, dass profaschistisches Gedankengut durch die Identitäre Bewegung ihren brachialen Glazen-Bomberjacken-Springerstiefel-Style gegen gelb-schwarzes Hipstertum getauscht hat.

Continue reading

Der französische Aufstand

Wie kann eine Multitude, die innerhalb der aufständischen Bewegung charakterisiert wird, von einer rechten Strömung losgerissen und in eine Klasse transformiert werden, in die Macht der Veränderung sozialer Beziehungen?, fragt Toni Negri in einer am 4. Dezember bei Euronomade veröffentlichten Notiz, die bei Madame Psychosis zuerst auf deutsch erschienen ist und von uns auf dem Debattenblog der Interventionistischen Linken gefunden wurde

PARIS, FRANCE – DECEMBER 01: Teargas surrounds protesters as they clash with riot police during a ‚Yellow Vest‘ demonstration near the Arc de Triomphe on December 1, 2018 in Paris, France. The third ‚Yellow Vest‘ (gilets jaunes) rally in Paris over increased fuel taxes and leadership in the government today caused over 150 arrests in the city with reports of injuries to protesters and security forces from violence that irrupted from the clashes. (Photo by Veronique de Viguerie/Getty Images)

Kann man das Aufstand nennen? Es kommt darauf an, wie das Wort Aufstand gemeint ist.Natürlich, wie es auch gemeint ist, etwas in dieser Art ist passiert. Und es geht möglicherweise weiter. Es sind nicht unbedingt die gewaltsamen Auseinandersetzungen, die an zwei Samstagen in Paris stattgefunden haben. Es sind nicht die Barrikaden, die brennenden Autos auf den Straßen im Zentrum von Paris und nicht einmal die Jacquerien, die hier und da in Frankreich stattfanden und auch nicht die Straßensperren, die überall wuchsen. Zwei Drittel der Franzosen sagen, dass sie die Bewegung grundsätzlich befürworten, die von der Erhöhung des Benzinpreises ausgelöst wurde. Diese Zustimmung übersteigt die Ablehnung der Unruhen bei weitem. Interessant sind in diesem Zusammenhang auch die Zeichen von Befehlsverweigerungen, die ansteckend waren bei der Feuerwehr und dem Polizeikorps.

Continue reading