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	<title>Geschichte &#8211; endofroad</title>
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	<title>Geschichte &#8211; endofroad</title>
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		<title>&#8222;Straße ohne Kriegsverherrlichung&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[endofroad]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Sep 2022 10:43:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[-ABGESCHRIEBEN-]]></category>
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					<description><![CDATA[kopiert aus der taz Vor 85 Jahren wurde die Bremer Langemarckstraße von den Nazis nach einem militaristischen Mythos benannt. Nun will eine Initiative den Namen ändern. Dass Nationalsozialist*in­nen keine geeigneten Na­mens­ge­be­r*in­nen für Straßen sind, darin sind sich inzwischen viele in &#8230; <a href="https://endofroad.blackblogs.org/archive/14801">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>kopiert aus der <a href="https://taz.de/Strassenumbenennung-in-Bremen/!5882164/">taz</a></p>
<blockquote><p><strong>Vor 85 Jahren wurde die Bremer Langemarckstraße von den Nazis nach einem militaristischen Mythos benannt. Nun will eine Initiative den Namen ändern.</strong></p>
<div style="width: 634px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://taz.de/Strassenumbenennung-in-Bremen/!5882164/"><img loading="lazy" src="https://taz.de/picture/5800640/624/imago0129161966h-1.jpg" width="624" height="" alt="Ort der Zerstörung: Langemarck nach dem Ersten Weltkrieg " class="size-full" /></a><p class="wp-caption-text">Ort der Zerstörung: Langemarck nach dem Ersten Weltkrieg</p></div>
<p>Dass Nationalsozialist*in­nen keine geeigneten Na­mens­ge­be­r*in­nen für Straßen sind, darin sind sich inzwischen viele in Bremen einig: <a href="https://taz.de/Strassenumbenennung-in-Bremen/!5767902/">So verlor im vergangenen Jahr die Hinrich-Wriede-Straße ihren bisherigen Namen</a> – Wriede war überzeugter Nazi. Und wenn es nach der Bremer Georg-Elser-Initiative geht, soll nun eine weitere Straße, deren Name eine Nazivergangenheit anhaftet, umbenannt werden. <span id="more-14801"></span></p>
<p>Die Langemarckstraße ist eine der zentralen Straßen, die von der Bremer Neustadt ins Stadtzentrum führen. Im November 1937 benannten die Nazis sie nach Langemarck um. Der Grund: Langemarck ist ein Ort in Belgien, an dem im Ersten Weltkrieg verlustreiche Kämpfe stattfanden, bei denen besonders viele junge Menschen ums Leben kamen.</p>
<p>Diese Schlacht wurde im Nachhinein <a href="https://taz.de/Streit-um-Strassenumbenennung-in-Hannover/!5855122/">durch die Nazis glorifiziert</a>. Besonders junge Menschen sollten durch den sogenannten „Langemarck-Mythos“ für den Krieg begeistert und davon überzeugt werden, sich freiwillig für ihr Vaterland zu opfern.</p>
<p>Laut Jürgen Maly von der Georg-Elser-Initiative hatte es vor 20 Jahren bereits einen Versuch gegeben, die Straße umzubenennen – ohne Erfolg. Der Versuch endete in einem Kompromiss: Es sollte eine Tafel aufgestellt werden, die über den kriegsverherrlichenden Mythos von Langemarck aufklärte.</p>
<p><strong>Russische Kriegspropaganda als Grund für neuen Anlauf</strong></p>
<p>Grund für den neuen Anlauf ist laut Maly der Krieg in der Ukraine und die russische Propaganda, mit der der Krieg gerechtfertigt werde. „Mit der Behauptung, es seien alles Nazis in der Ukraine, wird argumentiert, dass eine sogenannte Spezialoperation durchgeführt werden müsse, um das Land zu befreien“, sagt er. Es werde deutlich, dass kriegsverherrlichende Mythen nicht geduldet werden dürfen.</p>
<p>Ingo Mose, grüner Beiratssprecher des Beirats Neustadt, steht bereits in Kontakt mit der Initiative. Der Beirat kann sich für eine Umbenennung der Straße aussprechen. Anschließend braucht es ein geschichtswissenschaftliches Gutachten, ehe der Bremer Senat eine Umbenennung beschließen kann.</p>
<p>Mose hat große Sympathie für den Vorschlag der Initiative: „Ich finde das eine tolle Idee.“ Natürlich solle der Name Langemarck nicht vergessen werden und eine Mahnung dafür bleiben, wie viele junge Leute in den Krieg geschickt wurden. „Aber dafür muss die Straße nicht so heißen.“ Dafür gebe es den Denk­ort, ein ehemaliges Denkmal für die Langemarck-Schlacht, das im vergangenen Jahr zu einem Friedensdenkmal umgewandelt wurde.</p>
<p>Um die An­woh­ne­r*in­nen über die geplante Umbenennung zu informieren und mit ihnen ins Gespräch zu kommen, hatte die Initiative im Gebiet der Langemarckstraße kürzlich knapp 8.000 Informationsbroschüren verteilt. Darauf hat die Initiative auch schon Rückmeldungen erhalten: „Die Reaktionen reichen von absoluter Zustimmung und Menschen, die spenden und Mitglieder werden wollen, bis hin zu beleidigenden E-Mails“, sagt Maly.</p>
<p><strong>Erinnerung an Georg Elser</strong></p>
<p>Geht es nach der Initiative heißt die Langemarckstraße künftig Georg-Elser-Allee. Die Initiative hat es sich seit 1998 zur Aufgabe gesetzt, die Erinnerung an den Hitler-Attentäter wachzuhalten, der 1939 im Münchener Bürgerbräukeller eine Bombe zündete. Adolf Hitler entkam dem Attentat nur knapp, weil er den Ort entgegen der Planung wenige Minuten früher verließ.</p>
<p>Auch bleibt Maly bei dem Argument, durch eine Straßenumbenennung würde die Geschichte in Vergessenheit geraten, gelassen. „Ich möchte lieber positiv an Georg Elser erinnern, eine Person, die Mut und Zivilcourage gezeigt hat, als an Kriegsverherrlichung“, sagt er. Zudem werde die Benennung nach Langemarck nicht vergessen: Die Informationstafel soll bestehen bleiben, eine weitere über Georg Elser hinzukommen.</p>
<p>Eine Hürde auf dem Weg zur Umbenennung <a href="https://taz.de/Strassenumbenennung-in-Berlin-Mitte/!5781355/">könnten die Anwoh­ne­r*in­nen werden</a>, die sich über Schwierigkeiten durch eine Straßenumbenennung beschweren. Um potenziell entstehende Kosten durch Änderungen von Briefbögen, das Informieren der Krankenkassen oder ähnliches abzudecken, habe die Initiative laut Maly allerdings bereits Spenden gesammelt, mithilfe derer diese Kosten erstattet werden sollen.</p>
<p>Vergangene Woche hatte die Georg-Elser-Initiative ihren Antrag beim Beirat eingereicht, Mitte Oktober soll er dort besprochen werden. Dort rechnet die Initiative mit Zustimmung: Beiratsmitglieder der Linken, der SPD, der Grünen und der CDU hätten sich dem Vorhaben gegenüber schon positiv geäußert.</p>
<p>Mit der Umbenennung der Langemarckstraße wäre Bremen nicht die erste Stadt: Im vergangenen Jahr wurde in Augsburg eine Langemarckstraße umbenannt, in Erlangen fordert die Klimaliste im Stadtrat die Umbenennung des örtlichen Langemarckplatzes.</p></blockquote>
<p>Quelle: <a href="https://taz.de/Strassenumbenennung-in-Bremen/!5882164/">taz.de</a></p>
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		<title>Inge Viett ist im alter von 78 Jahren gestorben!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[endofroad]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 May 2022 09:50:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[-ABGESCHRIEBEN-]]></category>
		<category><![CDATA[Anti-Knast]]></category>
		<category><![CDATA[Antimilitatrismus]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Autorin und Aktivistin Inge Viett ist tot. Sie starb am 9. Mai, 2022 im alter von 78 Jahren. Am 12. Januar 1944 geboren und in Schleswig-Holstein aufgewachsen, zog sie 1969 nach Westberlin. Sie schloss sich dem bewaffneten Kampf der &#8230; <a href="https://endofroad.blackblogs.org/archive/14204">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Autorin und Aktivistin <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Inge_Viett">Inge Viett</a> ist tot. Sie starb am 9. Mai, 2022 im alter von 78 Jahren. Am 12. Januar 1944 geboren und in Schleswig-Holstein aufgewachsen, zog sie 1969 nach Westberlin. Sie schloss sich dem bewaffneten Kampf der »Bewegung 2. Juni« an und wurde 1972 und 1975 verhaftet. Beide Male gelang ihr der Gefängnisausbruch. 1980 schloss sich Viett der <a href="https://politik-mv.de/wp-content/uploads/2020/06/0000-BildAnfangFahndungsplakat-scaled.jpg">RAF</a> an und übersiedelte zwei Jahre später in die DDR. 1990 in Magdeburg verhaftet, wurde sie 1992 wegen versuchten Mordes zu 13 Jahren Haft verurteilt. Nach ihrer Entlassung 1997 blieb sie in der antikapitalistischen Linken aktiv und veröffentlichte diverse autobiographische und politische Schriften.</p>
<div style="width: 316px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" class="shrinkToFit" src="https://portal.dnb.de/opac/mvb/cover?isbn=978-3-89401-460-5" alt="https://portal.dnb.de/opac/mvb/cover?isbn=978-3-89401-460-5" width="306" height="500"><p class="wp-caption-text">ISBN: 978-3-89401-460-: EUR 14.90</p></div>
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		<title>Es wird immer Kriege geben, solange das Patriarchat existiert: Über Krieg – Patriarchat – Zurichtung- und Männlichkeitskonzepte</title>
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		<pubDate>Wed, 11 May 2022 11:12:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[-ZUGESPIELT-]]></category>
		<category><![CDATA[Antimilitatrismus]]></category>
		<category><![CDATA[Direkte Aktion]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Internationalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Es wird immer Kriege geben, solange das Patriarchat existiert: Über Krieg – Patriarchat – Zurichtung- und Männlichkeitskonzepte Wenn die Hinweise stimmen, steht Russland vor einer Generalmobilmachung. Das bedeutet, die russische Gesellschaft unter Kriegsrecht zu stellen und offiziell von einer „Spezialoperation“ &#8230; <a href="https://endofroad.blackblogs.org/archive/14197">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" class="aligncenter wp-image-13997 size-full" src="https://endofroad.blackblogs.org/wp-content/uploads/sites/581/2022/03/3078140465.thumbnail.jpg" alt="" width="145" height="200"><em> Es wird immer Kriege geben, solange das Patriarchat existiert: </em><br />
<em>Über Krieg – Patriarchat – Zurichtung- und Männlichkeitskonzepte</em></p>
<p>Wenn die Hinweise stimmen, steht Russland vor einer Generalmobilmachung. Das bedeutet, die russische Gesellschaft unter Kriegsrecht zu stellen und offiziell von einer „Spezialoperation“ in einen Krieg einzutreten. Das bedeutet vor allem auch, hunderttausende Reservisten mobilisieren zu können. Weite Teile der russischen männlichen Bevölkerung können in Uniform gesteckt und (re-)militarisiert werden, um als Soldaten in Kampfhandlungen zu landen. Oder Deserteure und Kriegsgegner*innen im eigenen Land zu jagen. Schon jetzt sterben auf russischer Seite viele zwangsrekrutierte wehrpflichtige junge Männer. Auf der „Moskowa“ waren nach bisherigen Informationen vor allem Wehrpflichtige eingesetzt. Die Berufssoldaten waren auf dem Raketenkreuzer nur in jener Anzahl vorhanden, die gebraucht wurde, um die Rekruten zu überwachen und zu befehlen. Mütter suchen ihre jungen Söhne und stoßen auf eine Mauer des Schweigens, weil Russland offiziell keine Wehrpflichtigen in die aktuelle „militärische Spezialoperation“ in die Ukraine schickt. Wer in Russland das Geld und die Beziehungen hat, kann seinen Sohn freikaufen, die Ärmsten landen beim Militär. Selbst viele Männer, die sich dem Militär verpflichten, tun dies aus wirtschaftlicher Not. Der Soldatentod ist für die Armen gedacht.<span id="more-14197"></span></p>
<p>Auch in der Ukraine ist die Ausreise für die männlich gelesene Bevölkerung im wehrfähigen Alter verboten. Sie müssen bereitstehen, um jederzeit in eine militärische Formation einberufen werden zu können und zu kämpfen, ob sie wollen oder nicht. Transsexuelle, die nicht als Frau* anerkannt sind, dürfen als „Männer“ nicht ausreisen. Mit den schrecklichen Folgen, eingezogen zu werden oder in den Knast zu müssen. Auf beiden Seiten des Krieges herrschen Propaganda und Desinformation, es existieren nur unzureichende Informationen. Beide Seiten haben kein Interesse, über Deserteure, Zwangsverpflichtete und Wehrpflichtige und deren Nöte zu berichten. So fehlen belastbare Informationen, um an dieser Stelle mehr Aussagen zu treffen. Fest steht, es gibt eine hohe Anzahl ermordeter Soldaten auf beiden Seiten, die über die Zahl 30.000 geht, darunter eine hohe Anzahl ermordeter russischer Rekruten. Willkommen im Patriarchat.</p>
<p>Das Militär in der ganzen Welt greift auf Männer, also männlich gelesene und sozialisierte Menschen zurück, auch wenn in einigen Armeen Frauen dienen dürfen oder müssen. Es ist sicherlich nicht verkehrt, sich zu vergegenwärtigen: Die Wehrpflicht ist in Deutschland nur ausgesetzt! Wer die Tabubrüche auf allen Seiten der Kriegsparteien einschließlich der deutschen Regierung und der Nato in den letzten Monate verfolgt hat, sollte sich auch hinsichtlich der Aussetzung der Wehrpflicht nicht auf der sicheren Seite sehen. Nicht umsonst hat der rechte Rand zu Beginn des Angriffs Russlands auf die Ukraine einen Testballon steigen lassen und die Wiedereinführung der Wehrpflicht gefordert. Während die Rechten in Deutschland die Aktivierung der Wehrpflicht mit männlich gelesenen Menschen koppeln, würden die Grünen noch eins oben drauf setzen und um der Gleichberechtigung willen eine Wehrpflicht für Frauen* und Männer* einführen. Doch noch macht es die schwere Haubitze, die, gleich einem Phallus, ausgeliefert wird um noch mehr Menschen zu zerfetzen.</p>
<p>Wir haben mit Erstaunen eine Anschlagserklärung von 1991 auf eine Bundeswehreinrichtung in einem Buch gefunden, die den Zusammenhang von Wehrpflicht, Männlichkeit und Patriarchat untersucht. Laut Chronik in dem Buch brechen die „Flammenden Herzen“ 1994 in eine weitere Bundeswehreinrichtung ein und legen Feuer, stehlen Akten und verschicken Briefe an Wehrpflichtige. Wir halten viele Aussagen der Erklärung von 1991 selbst nach 30 Jahren noch für aktuell, auch wenn zu jener Zeit noch keine gendergerechte Sprache entwickelt war. Wenn wir „Männer“ und „Frauen“ in dieser Erklärung der „Flammenden Herzen“ lesen, dann als einen politischen Begriff, mit dem eine patriarchale Zuschreibung von Menschen in Männer oder Frauen und deren zugeschriebenen Rollen ausgedrückt wird. Viele Teile scheinen uns hochaktuell und sollten Niederschlag in gegenwärtigen Diskursen finden. Bemerkenswert ist die Analyse von Militär und Herstellung von „Männlichkeit“. Um zu verstehen, wieso toxische Männlichkeit Bedingung ist, um auf andere zu schießen, warum Männer vergewaltigen oder bereit sind für eine „Sache“ in den Tod zu marschieren, ist diese Anschlagserklärung hilfreich.</p>
<p>Uns hat der Ansatz gefallen, dass die „Demontage des soldatischen Mannes“ ein erster Schritt hin zur Entwaffnung des historischen weißen Mannes werden kann. Und dass dieser Ansatz mit einem Angriff auf Produktionsstätten von toxischer Männlichkeit, den Orten der „patriarchalen Zurichtung“, einhergehen sollte. Es ist anzumerken, dass es einen militanten Widerstand von Männern gegen das Patriarchat nachweislich kaum in der militanten Geschichte der deutschen Linken gegeben hat und dass die Initiative der „Flammenden Herzen“ im Kontext der Zeit zu lesen ist (Irakkrieg, Deserteure, Totalverweigerungsinitiativen, militanter Frauenwiderstand/„Roten Zora“, versuchte Sprengung der Siegessäule in Berlin durch die „Revolutionären Zellen“, weltweite antikoloniale und antirassistischer Kämpfe/Südafrika, Fluchtbewegungen etc.). Wir dokumentieren den Text als Ganzes. Dieser Text ist dem Buch „Herzschläge – Gespräch mit Ex-Militanten der Revolutionären Zellen“ entnommen, das wir insgesamt empfehlenswert finden, weil es historische Erfahrungen angenehm transparent in ihrer Qualität und Widersprüchlichkeit beleuchtet.</p>
<p><strong><em>revolutionäre leseratten*</em> </strong></p>
<hr>
<p><strong>Dokumentation:</strong></p>
<p><strong>Flammende Herzen</strong></p>
<p><em>Heute 24.2.1991 haben wir eine Bombe am Kreiswehrersatzamt Oldenburg gezündet!!</em></p>
<p><strong>Antipatriarchaler Widerstand gegen den deutschen Nationalchauvinismus und Rassismus und den Krieg am Golf!<br />
Kampf jeglicher patriarchalen Zurichtung in der Bundeswehr und Anderswo!!</strong></p>
<p>Die Herrschenden dieser Welt eint der Drang ihre Machtbereiche zu sichern und auszubauen. Ob die BRD deutsche Soldaten an den Golf verlegt oder ob die Menschen dort an deutschen Waffen krepieren, ob die deutsche Wirtschaft den Feldzug mit der harten D-Mark gen Osten vollenden will oder ob die nato und usa als Sheriff am Golf vorgeben, in unserem Interesse zu handeln, ob der lange lange Zeit vom Westen gestützte Irak kurzerhand Kuwait einkassiert…es ist die Herrschaft des Patriarchats, welche gebrochen werden muss !!</p>
<p><strong>Es wird immer Kriege geben, solange das Patriarchat existiert, auch wenn sie sagen, es sei Frieden !!!</strong></p>
<p>Dass jeder Mann Teil der weltweiten Herrschaft des Patriarchats ausdrückt, wird von Männern ignoriert. Auf die Existenz von Frauenwiderstand haben Männer aller Schattierungen mit Ignoranz, Hilflosigkeit, Lamorjanz, Abwehrkämpfen und Vereinnahmungen reagiert.<br />
Wir wollen uns der verinnerlichten Rolle als herrschender Mann verweigern und einen eigenständigen Kampf gegen Staat und Patriarchat diskutieren und entwickeln.<br />
Unsere Rollenfestlegung, Männerherrschaft zu tragen, manifestieren und auszuüben, ist verbunden mit Privilegien gegenüber weißen Frauen, und farbigen Frauen und Männern. Sie ist verknüpft mit der Disziplinierung und Zurichtung unseres Geschlechts an vielen Orten und Institutionen. Indem wir einen Begriff der eigenen Zerstörtheit und Deformation bekommen und unsere gesamte wut auf die Ursachen richten, wird es möglich, einen antipatriarchalen Widerstand zu entwickeln. Widerstand erscheint uns dort sinnvoll, wo Männer entsprechend ihrer gesellschaftlichen Rolle zugerichtet werden. Diese Orte und Institutionen der Zurichtung zu erkennen und zu bekämpfen, uns und anderen bewusst zu machen,, was dort mit uns passiert, halten wir für die Aufgabe von Männern und Schwulen, die mit der Eingebundenheit in die patriarchale Herrschaft brechen wollen. Ziel eines solchen Widerstandes ist die Verweigerung von Mitarbeit an und in den Orten und Institutionen patriarchaler Gewaltherrschaft und der aktive Kampf gegen die Strukturen und Träger dieser „Ordnung“!!<br />
Dabei muss der Bezugspunkt für Männer und Schwule der revolutionäre Frauen/Lesbenwiderstand sein und werden!<br />
Der Kampf um eine herrschaftsfreie Gesellschaft hat sich an der Befreiung der Frauen und Farbigen weltweit zu orientieren!</p>
<p><strong>Die Institution Armee</strong><br />
Armeen sind die weltweit größten Männerzuchtanstalten und Männerbünde. Sie sind Teil der Aufrechterhaltung patriarchaler Herrschaft. Männern wird dort ein Wissen weitergegeben, welches in der Geschichte des Patriarchats angehäuft wurde, damit Männer den Fortbestand der Gewaltherrschaft sichern. Das diese Armeen verschiedener Nationen in einem Konkurrenzverhältnis stehen und sich immer wieder bekriegen, ist kein Widerspruch sondern patriarchale Logik. Dieses Beschützerprinzip, das in Abgrenzung zu anderen patriarchalen Systemen vorgibt, mit Staat und Armee das „Volk“ zu beschützen ( wie der Ehemann die im „zugestellte“ Ehefrau), ist nur ein Vorwand Herrschaft nach innen ausüben und zu sicher und auszubauen !</p>
<p><strong>Zurichtung am Beispiel der „Schule der Nation“</strong></p>
<p>Mit 17 Jahren flattert uns der erste Bescheid des Kreiswehrersatzamtes in‘s Haus, um uns mitzuteilen, dass wir mit Kopf und Herz dem „Vaterland“ gehören sollen. Ein kurzer Ausflug in die Geschichte zeigt,, das die Wehrerfassung und das stehende Heer auf den preußischen Herrscher, Friedrich den Großen; zurückgeht. 1792 wurden bereits alle männlichen Kinder wehrerfasst! Die Wehrpflicht wurde 1814 in Preußen eingeführt.<br />
Die unter zwang gehaltenen Bauern waren als Soldaten nur schwer bei der Fahne ihrer todbringenden Regimenter zu halten. Tausende türmten bei jeder nur erdenklichen Möglichkeit. Oder drehten im Gefecht die Waffen gegen die befehlenden Offiziere um sich Vorteile bei der Flucht im Schlachtgetümmel zu verschaffen.<br />
Um die Bauern zu Soldaten machen zu können, wurde ihnen die Angst vor Befehlsverweigerung, Desertion und Selbstverstümmelung eingeprügelt. Spießrutenlaufen war nie bloße Willkür, sondern Züchtigungsmittel und Abschreckung, damit die zu soldatischen Männern geprügelten im verlässlichen Gleichschritt die Fahnentreue hielten.<br />
Mit kurzen Unterbrechungen der Wehrpflicht, welche zuletzt durch den kalten Krieger K. Adenauer 1957 wieder eingeführt wurde, werden bis zum heutigen Tag an die ½ Millionen (BRD-)Männer jährlich im Alter von ca. 17 Jahren durch die Ordnungsämter und Melderämter vorerfasst und den Kreiswehrersatzämter überstellt. Hinzu kommen nun auch die Männer der wiedereinverleibten DDR.<br />
Die Erfassung und Musterung ist total, denn an dieser Instanz führt für Männer kein Weg vorbei! Der Besitzanspruch des Staates an einen jeden von uns wird in der vollen Schärfe dann sicht- und spürbar, wenn es um die Auswahl der Körper auf Tauglichkeit als weißer Krieger geht. Verkrüppelte, Behinderte und körperlich schwache Männer werden ausgesiebt und als „untauglich“ und somit „unmännlich“ und „unbrauchbar“ ausgemustert. „Männlichkeit“ wird im Patriarchat unter anderem in körperlicher Kraft, „Potenz“ und Leistungsfähigkeit gemessen. Wer dem Zwang nicht nachkommen kann oder will ist kein „richtiger“ Mann.<br />
Kommt der Mann in die Kaserne, wird ihm der Privatbereich entzogen. Selbst seine Kleidung wird gegen die Uniform eingetauscht. Dort treten sie nicht nur an ihn heran, sondern in ihn herein. So erfährt der Mann eine für ihn bestimmte Zurichtung, die über die Leistungsgrenzen hinaus geht. Diese Überschreitung der Grenzen werden bis zur Besinnungslosigkeit praktiziert.<br />
Den Druck, die Entmenschlichung und Entwürdigung, in der allgemeinen Ausbildung zum soldatischen Mann vordergründig ertragen zu können, gilt als „mannhaft“ und ist somit positiv besetzt. Dieses Ertragen ist jedoch nur die Fassade, hinter der der unerbittliche Kampf gegen die eigenen Schwächen und alles „unmännlichen“ geführt wird! Die Verinnerlichung dieser kaputten Selbstdiziplinierung und Unterwerfung funktioniert bei auch noch so weit unten stehenden weißen Männern in der Gesellschaft darüber, dass ihnen Macht über Frauen und Farbigen zugestanden wird, Herr über die eigene Person und Schwachheit zu sein. Mit anderen Worten: Die männlichen weißen „Sklaven“ akzeptieren die Existenz von Hierarchisierung und patriarchalen Gewaltstrukturen insofern, als dass sie selbst Herr sein wollen oder können!<br />
Diese Akzeptanz macht jeden Mann zum permanenten Täter !!<br />
Die Disziplinierung der Männer mündet nicht nur in der Gewalt gegen Frauen Mit der Zurichtung zum herrschenden Mann werden Männer kumpelhaft und kameradschaftliche Verkehrs- und Kommunikationsformen aufgezwungen und ihnen wird von früh auf beigebracht, daß es sich dabei um wahre Männerfreundschaft handele.<br />
Zu diesem Verhalten gehört sowohl der distanziert geregelte Umgang der Männer miteinander, als auch der gewalttätige Umgang mit Frauen. Die Übertretung und Abweichungen von der (zwangsheterosexuellen) Umgangsforme(l)n werden von der Männergesellschaft verschiedentlich sanktioniert und geächtet. Selbst der beste Freund wird in Gestalt des Kumpels und Kameraden zum Kontrolleur dieser erbärmlichen Zustände. Nur die kumpelhaften Umgangsformen und der Selbsthass ermöglichen Männern, bzw. herrschenden Institutionen den Zugriff auf die Köpfe „abtrünniger“ Männer, um diese ständig einfangen zu können und für das System der Herrschaft funktionalisieren zu können. Zurichtung zielt nicht nur auf die zwanghafte Unterwerfung von Frauen, Kindern und Farbigen durch den weißen Mann, sondern verunmöglicht auch Männerliebe und Freundschaften durch die Vorgaben und gegenseitigen Disziplinierungen wie ein Mann zu sein hat. Darüber wird unsere Fähigkeit zur Liebe zerstört, sowohl zu Frauen wie Männern, wie zu uns selbst.<br />
Zurichtung ist die Zerstörung eigener Persönlichkeit und Unterwerfung unter die Herrschaft des Patriarchats um unter dieser wieder in Gleichförmigkeit neu zusammengesetzt zu werden. Für unsere gebrochene Identität als Individuen wird uns die Ideologie von Männerherrschaft (z.B. in Form von Patriotismus) an die Hand gegeben. Die Unterwerfung unter die Hierarchie findet ihren Ausgleich in der Unterwerfung von Frauen, AusländerInnen und anderen vermeintlich schwächeren Menschen und Gesellschaftsgruppen. Anstelle von Freundschaften und Zärtlichkeit steht der Kumpel, der Kamerad. Wenn Männer ihre Beziehungen nicht untereinander in Frage stellen, wird der Befreiungskampf zu hohlen Phrase, weil er an den eigenen Widersprüchen zerschellen wird!!<br />
Die Erfassungsstellen in den Kreiswehrersatzämtern erschließen täglich ein neues Potential an zukünftigen Staatsdienern in und ohne sichtbare Uniform. Sie organisieren auch die Verteilung auf die einzelnen Orte der Männerdisziplinierungsanstalten. Somit wird die erste Vorarbeit für den vorerst letzten Schliff geleistet. Auch wenn dieses Stadium des letzten Schliff‘s nicht mehr von allen Männern durchlaufen werden muss und wir als ziviles Heer an der „sozialen Front“ unseren unterbezahlten Zwangsdienst ableisten „dürfen“, hat sich im Kern männlicher Zurichtung nichts verändert. Im Gegenteil!<br />
Unsere Zurichtung und Konditionierung auf unsere herrschende Rolle beginnt bereits mit dem Schnuller im Mund, und setzt sich über Schule/Lehre/Arbeit und Studium fort. Spießrutenlauf als Disziplinierungsmaßnahme gegen sich verweigernde Männer ist darum heutzutage nicht mehr notwendig, weil die Männer ihre Lektion bereits gelernt haben. Hinzu kommt, dass ein Teil von militärisch auf Befehl und Gehorsam gedrillter Männer ausreicht, damit diese auch nach der Entlassung den patriarchalen Alltag wissentlich oder unbewusst weiter prägen und gestalten.<br />
Sowohl der einfache Soldat als auch der Offizier werden keine Mühe haben, den ihnen zugewiesenen Platz als Arbeiter und Vorgesetzter so auszufüllen wie die „Schule der Nation“ es ihnen beibrachte. Über jeden Mann bleibt der Einfluss in allen gesellschaftlichen Bereichen erhalten.<br />
Firmen, Konzerne, Parlamente, Ämter; Verwaltungen, Justiz und Bullerei, sie alle eint die gleiche Struktur wie der hierarchische Aufbau und der formalgeregelte Umgang beim Militär.<br />
Der soldatische Mann, hart gegen andere und sich, wo immer auch zugerichtet, ist gesellschaftliches Leitbild. An diesem Leitbild vom Täter und Herrscher verlaufen die Orientierungen von Jungen und Männern!<br />
Die Demontage des soldatischen Mannes kann ein erster Schritt in der Entwaffnung des historischen weißen Mannes werden!</p>
<p>Schwächt Militär ideologisch und materiell!</p>
<p>Sabotiert den Krieg am Golf!</p>
<p>Propagiert die Desertion!</p>
<p>Besetzt Kreiswehrersatzämter !</p>
<p>Verweigert Euch der patriarchalen Gefolgschaft Total!</p>
<p>Bekämpfen wir die patriarchale Zurichtung an jeden Ort, zerreißen wir unsere innere Uniformierungen, verweigern wir jede Teilhabe an der patriarchalen Macht. Und brechen wir ständig und kollektiv im Alltag mit der Männerkumpanei gegen Frauen und Farbige!!<br />
<strong><br />
ENTZÜNDEN WIR UNSERE HERZEN MIT DER SEHNSUCHT NACH FREIHEIT UND BRENNEN WIR DIE ORTE UNSERER PATRIARCHALEN ZURICHTUNG NIEDER !!! </strong></p>
<p><strong>FLAMMENDE HERZEN</strong></p>
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		<title>Die IAA in München: Ein postfaschistisches Forum des Grünen Kapitalismus und seiner Technokraten</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Sep 2021 18:27:02 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Antimilitatrismus]]></category>
		<category><![CDATA[Auswärtsspiel]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[&#160; &#160; Werden da überhaupt Autos ausgestellt oder sind es vielmehr die Frauen(körper), die da zum Verkauf stehen? Wo immer die Bonzen-Autohersteller ihre neuesten Männerspielzeuge präsentieren, scheint dies von der Präsentation von Frauenkörpern begleitet zu werden. Kein Wunder, dass weibliche &#8230; <a href="https://endofroad.blackblogs.org/archive/13010">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
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<div style="width: 677px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" class="shrinkToFit" src="https://zuendlumpen.noblogs.org/files/2021/08/HitleryGoeringEnElSalonDElAutomovilDeBerlin1933-768x575.jpeg" alt="https://zuendlumpen.noblogs.org/files/2021/08/HitleryGoeringEnElSalonDElAutomovilDeBerlin1933-768x575.jpeg" width="667" height="499"><p class="wp-caption-text">Hitler &amp; Göring auf der IAA 1933.</p></div>
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<p>Werden da überhaupt Autos ausgestellt oder sind es vielmehr die Frauen(körper), die da zum Verkauf stehen? Wo immer die Bonzen-Autohersteller ihre neuesten Männerspielzeuge präsentieren, scheint dies von der Präsentation von Frauenkörpern begleitet zu werden. Kein Wunder, dass weibliche Körper in manchen Männerdomänen als „Fahrgestelle“ beschrieben werden. Da verwundert es fast ein wenig, dass manch ein Exemplar dieses autofanatischen Typus Mann nicht gleich das mechanische Vorbild seiner Phantasie besteigt. Wobei, wer weiß schon, was diese Typen in ihren Garagen den lieben langen Tag so treiben? Doch die <em>Internationale Automobilausstellung</em> (IAA) lässt sich nicht einfach als Forum für diese absonderliche Art von maskulinem Massenfetisch beschreiben. Zugleich stellte sie in der Vergangenheit ebenso ihren Charakter als Forum einer postnationalsozialistischen Politik und Wirtschaft unter Beweis, wie sie sich bereits als ein Instrument nationalsozialistischer Propaganda verdient gemacht hatte.</p>
<p>&nbsp;<br />
<span id="more-13010"></span></p>
<p>Und während diese Charakteristika die IAA eigentlich durchgehend seit 1933 begleiteten, begannen sich an ihren Rändern schon vor Jahrzenten die weniger konservativen Vertreter*innen der technokratischen Fortschrittsideologie zu versammeln, jene <em>grüne</em> Fraktion an Kapitalist*innen, die uns heute nicht nur mit ihrer „Elektromobilität“ in den Ohren liegt, sondern die sich auch insgesamt anschickt mit ihrer oft transhumanistischen Ideologie so gut wie alle Branchen der Wirtschaft zu erobern und zunehmend auch die Politik hier und anderswo zu bestimmen.</p>
<p><strong>Die deutsche Autoindustrie und der Nationalsozialismus</strong></p>
<p>Die Automobilindustrie wird immer wieder als Stolz der „Deutschen Wirtschaft“ beschrieben. Tendenziöse Journalist*innen loben in Büchern, Zeitungsartikeln, Fernsehdokumentationen usw. in Tradition früherer Demagog*innen die „deutsche Ingenieurskunst“, die angeblich dafür verantwortlich sein soll, dass die deutsche Autoindustrie heute international so gut dasteht. Was auch immer eine „deutsche Ingenieurskunst“ sein soll, beruht der wirtschaftliche Erfolg deutscher Autobauer jedoch auf etwas ganz anderem, nämlich auf der Gunst, den diese Industrie durch den Nationalsozialismus erfahren hat, den staatlichen Groß-Aufträgen in dieser Zeit, sowie nicht nur auf der Arisierung von erheblichen Vermögenswerten, sondern auch auf dem Einsatz von KZ-Zwangsarbeitern in den Werken von Daimler, BMW, VW, ja sogar in denen des amerikanischen Hitler-Brieffreundes Henry Ford. Dass in Deutschland bis heute die Autoindustrie so großen politischen und wirtschaftlichen Einfluss genießt, dass „die Deutschen“ bis heute ein vielfach gestörtes Verhältnis zu dem Produkt Auto haben, das zumindest von einigen Zeitgenossen geradezu fetischisiert wird, all das kann getrost als eine postnationalsozialistische Kontinuität bezeichnet werden. Und ja, auch die IAA hat damals schon Hitler und seine Schergen hofiert. Aber alles schön der Reihe nach.</p>
<blockquote><p>Vollgas voraus!</p>
<p>– Motto der Internationalen Automobil- und Motorrad-Ausstellung von 1933.</p></blockquote>
<p>Auf der Webseite der IAA wird zur Zeit des Nationalsozialismus folgendes bemerkt:</p>
<blockquote><p>Die 23. IAA wurde von Reichskanzler Adolf Hitler eröffnet. Hitler stellte sich als Freund des Automobils dar und kündigte massive Steuervergünstigungen für die Industrie und Straßenbauprogrammen an. In den Folgejahren nutzten die Nationalsozialisten die IAA vermehrt zu Propandazwecken, die sich währenddessen zu einer Massenveranstaltung wandelte: 1934 kamen bereits 600.000 Besucher. Möglich wurde dies durch deutschlandweite Werbung auf Litfaßsäulen, Werbefilme in Kinos und der Einsatz von Sonderzügen und -bussen. Die 29. und vorerst letzte Auflage der IAA vor dem Zweiten Weltkrieg fand 1939 statt und erreichte einen Rekord von 825.000 Besuchern. In dem Jahr feierte der „Volkswagen“, der damals noch „Kraft-durch-Freude-Wagen“ hieß, seine Premiere. Nach dem Krieg sollte das Fahrzeug als „Käfer“ Automobilgeschichte schreiben.</p></blockquote>
<p>Kann es sein, dass man bei der IAA doch irgendwie stolz darauf ist, auf die Besucherrekorde und darauf, dass das nationalsozialistische Projekt des „Volkswagens“ einst auf der IAA präsentiert wurde? Irgendwie drängt sich einem dieser Verdacht doch förmlich auf, oder nicht? Nun, jedenfalls sollte das Auto der nationalsozialistischen Propaganda von Anfang an als Motor dienen. Dass Hitler „die Autobahnen gebaut hat“, daran erinnerte man sich einst in Deutschland lebhafter als an die Schicksale derjenigen, die diese Arbeit als Zwangsarbeiter tatsächlich verrichteten. Dabei lohnt es sich zumindest nebenbei einmal zu erwähnen, dass Hitler nicht der einzige Autobahnenbauer seiner Zeit war: Unter anderem sein späterer Nachfolger und einstiger politischer Konkurrent, Konrad Adenauer, hatte sich zuvor schon als Autobahnbauer in Köln hervorgetan. Sein Projekt wurde von den Nationalsozialisten sogar übernommen und fortgeführt. Aber die Nationalsozialist*innen beließen es nicht beim Bau von Autobahnen. Staatlich geförderter Motorsport gehörte ebenso zu ihrem Repertoire wie das Projekt „Volkswagen“, bzw. „Kraft durch Freude“-Wagen, wie er damals noch genannt wurde. Der zu diesem Zweck 1937 gegründete Volkswagen-Konzern ist heute der weltweit umsatzstärkste Automobilkonzern.</p>
<p><strong>Günther Quandt, die NSDAP, Goebbels und das Quandt-Imperium</strong></p>
<p>Der Großindustrielle Günther Quandt war einer jener Kapitalisten, die vom italienischen Faschismus derart begeistert waren, dass sie 1931 der <em>Gesellschaft zum Studium des Faschismus</em> beitraten. Ziel dieses kleinen Zirkels an vorrangig hochrangigen konservativen antidemokratischen Persönlichkeiten des rechten Spektrums, sowie zahlreichen Großindustriellen, war es, den italienischen Faschismus nach Deutschland zu bringen. Sie war dabei ein wichtiges Bindeglied zwischen NSDAP und wirtschaftlichen, sowie politischen Eliten. Im Tagebuch von Josef Goebbels wird man später lesen können, dass Günther Quandt bei einem Treffen im Dezember 1931 mit dem späteren Reichspropagandaminister diesem 2000 Mark in die Hand drückte und ihm versicherte, dass er von nun an politisch ganz auf die NSDAP setzen werde. Bereits zuvor war Quandt einer derjenigen Industriellen gewesen, die sich Mitte 1931 mit Hitler im Hotel Kaiserhof getroffen hatten und ihm im Falle eines Putsches durch die NSDAP 25 Millionen Reichsmark versprochen hatten. Kurz nachdem sich Günther Quandt im Dezember 1931 mit Goebbels getroffen hatte, fand auf dem Gut Severin in Parchim, einem Anwesen Quandts, die Hochzeit zwischen Josef Goebbels und Magda Quandt, seiner Exfrau, statt. Quandts Sohn und späterer Erbe, Harald Quandt, wurde von Joseph Goebbels später adoptiert und machte als Fallschirmjäger Karriere bei der deutschen Wehrmacht.</p>
<p>Günther Quandts Industrien, die unter anderem der Herstellung von „Militärtuch, Akkumulatoren, Trockenbatterien, Schusswaffen, Munition, Leichtmetall“ dienten, spielten eine wichtige Rolle für die Rüstungsindustrie des NS-Regimes. Insbesondere die AFA-Werke (heute VARTA), in denen Akkumulatoren hergestellt wurden, profitierten dabei exzessiv vom Einsatz von KZ-Zwangsarbeitern. Quandt ließ dafür sogar ein werkseigenes Konzentrationslager, das KZ-Außenlager Hannover-Stöcken errichten, in dem rund 1500 Häftlinge untergebracht waren. Viele von ihnen starben aufgrund der gesundheitsschädigenden Bleidämpfe der Batterienproduktion.</p>
<p>Quandts Sohn Harald und dessen Halbbruder Herbert, der schon während des Nationalsozialismus mit in die Geschäfte seines Vaters eingestiegen war, übernehmen nach Quandts Tod dessen Imperium, darunter sind nicht nur Beteiligungen an VARTA und der heutigen KUKA AG (damals Metallpatronen AG, ein Rüstungsunternehmen, das Sturmgewehre, Handgranaten, Nebelkerzen, Bombenzünder und weitere Rüstungsgüter produzierte), sondern auch Beteiligungen an den Autoherstellern BMW und Daimler-Benz.</p>
<p><strong>Ferdinand Porsche und der Volkswagen</strong></p>
<blockquote><p>Fünf Mark die Woche musst Du sparen<br />
willst Du im eignen Wagen fahren.</p>
<p>– Leitspruch der nationalsozialistischen Kampagne für den Kraft-durch-Freude-Wagen „Volkswagen“</p></blockquote>
<p>1934 kündigt Hitler in seiner Eröffnungsrede der IAA – wo denn auch sonst? – die Entwicklung eines „Volkswagens“ an, also eines für „jeden Deutschen“ erschwinglichen Automobils. Im Auftrag des Reichsverbands der Automobilindustrie (heute <em>Verband der Automobilindustrie</em>, VDA, der Ausrichter der IAA) beschäftigte sich fortan Ferdinand Porsche, der „Lieblingsingenieur“ Hitlers, mit der Konstruktion des späteren VW-Käfers. Fertiggestellt wurde der „Kraft durch Freude-Wagen“ während der Epoche des Nationalsozialismus jedoch nicht mehr, obwohl viele autofanatische Deutsche bereits Anzahlungen geleistet hatten. Stattdessen baute das eigentlich dafür vorgesehene Volkswagenwerk die als „Kübelwagen“ und „Schwimmwagen“ bekannt gewordenen Militärfahrzeuge der Wehrmacht. Später, 1940, stellte Porsches Schwiegersohn Piëch die Produktion auf Rüstungsgüter um und produzierte unter anderem die „Vergeltungswaffe“ V1, selbstverständlich, man braucht es eigentlich ja kaum noch dazu sagen, unter Einsatz von rund 20.000 Zwangsarbeitern aus Konzentrations- und Kriegsgefangenenlagern.</p>
<p>Porsche selbst entwickelte von 1939 bis 1945 zahlreiche Kriegsfahrzeuge mit, darunter den Panzerkampfwafgen VI Tiger, den nach ihm benannten Panzerjäger Ferdinand und den Panzerkampfwagen VIII Maus, der jedoch nie in Serienfertigung ging. Porsche selbst bestellt dabei immer wieder Zwangsarbeiter aus Konzentrationslagern, die er zur Fertigung seiner Entwicklungen einsetzen lässt.</p>
<p>Nach dem Krieg entsteht aus Porsches Volkswagenwerk der weltweit umsatzstärkste Autokonzern VW.</p>
<blockquote><p>In 10 Jahren jedem schaffenden Deutschen einen Volkswagen!</p>
<p>– Robert Ley, 1938</p></blockquote>
<p>Übrigens lohnt es sich zu bemerken, dass naheliegenderweise nicht nur die Nationalsozialisten der Idee eines für das „Volk“ erschwinglichen Wagens zugeneigt waren, sondern auch andere Demagog*innen, denen daran gelegen war, die Bevölkerung ruhig zu stellen und abzulenken. Der Trabant der DDR erfüllte einen ähnlichen Zweck, nämlich den der Massenmotorisierung. Wie das Versprechen des Volkswagens der Nationalsozialisten übrigens ein leeres Versprechen: Die Wartezeiten für ein solches Auto betrugen meist mehr als 10 Jahre.</p>
<p><strong>Zwangsarbeit in der Automobilbranche der NS-Zeit</strong></p>
<p>Nicht nur Ferdinand Porsche und Günther Quandt gehörten zu den Industriellen, die von der Zwangsarbeit von Millionen KZ-Insass*innen und Kriegsgefangener profitierten. Schon bevor beinahe die gesamte Automobilbranche als kriegswichtige Produktion eingestuft wurde, dienten sich die meisten Autohersteller den Nationalsozialisten an, die ihnen im Gegenzug dafür allerlei Gefälligkeiten erwiesen. Schon 1933 wurden die Insass*innen von Konzentrationslagern, beispielsweise im Schutzhaftlager Dachau, zur Arbeit im Straßen- und Autobahnbau, ebenso wie im Gleisbau gezwungen. Ab 1938 wurden sowohl erwerbslose Jüd*innen von den Arbeitsämtern zum „Geschlossenen Arbeitseinsatz“ verpflichtet und mitunter auch Autoherstellern zugeteilt, ebenso wie mit der Aktion „Arbeitsscheu Reich“ sogenannte „Asoziale“ in Konzentrationslager deportiert und dort zur Arbeit gezwungen wurden.</p>
<p>Daimler-Benz, die Auto Union (Audi), BMW, Ferdinand Porsches Volkswagenwerk, sie alle ließen sich Zwangsarbeiter aus den Konzentrationslagern ebenso wie Kriegsgefangenenlagern zur Verfügung stellen, deren Arbeit für sie quasi kostenlos war, lediglich eine geringfügige Leihgebühr musste an den deutschen Staat entrichtet werden. Die schon damals General Motors gehörende Adam Opel GmbH beschränkte ihre Verwertung von Zwangsarbeitern auf Kriegsgefangene. Selbst der amerikanische Autohersteller Ford, dessen Werk im Sommer 1932 in Köln wiedereröffnet wurde, bekam Zwangsarbeiter*innen aus dem KZ-Buchenwald und Kriegsgefangene von den Nationalsozialisten zugeteilt. Henry Ford selbst erhält 1938 das „Adlerschild des Deutschen Reiches“, die höchste Auszeichnung, die im NS an Ausländer vergeben wurde. Die Arbeitsbedingungen für die Zwangsarbeiter*innen waren oft so schlecht, ihre Verpflegung so mangelhaft, dass viele von ihnen an den Folgen starben. Wer als KZ-Insass*in nicht mehr arbeitstauglich war, wurde in den Gaskammern ermordet.</p>
<p><strong>Autonomes Fahren, Smart City und die vierte Industrielle Revolution</strong></p>
<p>Schon einmal ist das Auto Experimentierfeld einer bedeutenden und bis heute prägenden industriellen Entwicklung gewesen, als der Industrielle und Hitler-Fan Henry Ford seine Auto-Produktion nach dem Fließbandprinzip anordnete und dabei die Arbeiter*innen selbst mehr als bereits zuvor zu hirnlosen Automaten degradierte. Tatsächlich werden in den Kraftfahrzeugwerken von Heute die drögsten Aufgaben von mechanischen Automaten, Fertigungsrobotern, übernommen, während menschliche Arbeitskräfte für jene Aufgaben eingesetzt werden, die für Roboter (noch) zu anspruchsvoll sind. Allerdings bedeutet diese zunehmende Automatisierung der Produktion keineswegs, dass die Arbeiter*innen weniger zu Robotern degradiert werden. Wo die menschliche Arbeitskraft billiger ist oder eine technologische Entwicklung, die die Bewältigung dieser Aufgabe durch eine Maschine möglich macht, noch aussteht, da bedient sich die Produktionsmaschinerie der menschlichen Fähigkeiten ihrer organischen Apparate, bestimmt jedoch zunehmend mehr die Parameter dieser Tätigkeit, trifft Entscheidungen und kommandiert die Arbeiter*innen auch sonst herum, wo es nur möglich ist. Auch wenn in der Auto-Produktion sehr große Schritte hin zu einer vollständigen Automatisierung gemacht wurden, ist es heute weniger die Produktion des Autos, als sein Einsatz auf den Straßen, die dieses Produkt zu einem so wichtigen Experimentierfeld für die Technokraten und Transhumanisten der „Vierten Industriellen Revolution“ macht.</p>
<p>Autonomes Fahren, eine Vision, die erstmals von transhumanistischen Ideenschmieden des Silicon Valleys erforscht wurde (wer erinnert sich nicht an die Google-Autos, die die Kameras und übrigen Sensoren noch auf dem Dach trugen und dort, wo man zuließ, dass sie auch tatsächlich „autonom“ fuhren, immer wieder Menschen, vor allem Schwarze, an- und überfuhren?), ist heute ein Forschungsfeld, das von so gut wie allen Automobilkonzernen bearbeitet wird. Damit verknüpft ist unmittelbar der Ausbau des 5G-Funknetzes, sowie der Ausbau von sensorbestückten Straßenschluchten in den Städten, sowie auf den Autobahnen. 5G, also die 5. Generation des modernen Mobilfunknetzes, wird als eine Schlüsseltechnologie der sogenannten vierten Industriellen Revolution betrachtet, weil sie es den abermillionen und -milliarden Geräten, Sensoren, Fahrzeugen, Gadgets und sonstigem „smarten“ Equipment überhaupt erst ermöglichen wird, ihre Informationen, Messungen, Beobachtungen, usw. in Echtzeit in das weltumspannende, kybernetische Netz, das Internet, einzuspeisen. Autonomes Fahren setzt diese Technologie aus den gleichen Gründen voraus, damit nämlich nicht nur Autos miteinander, sondern auch Ampeln, Verkehrsschilder, Straßenlaternen, Tunnel, von Fußgängern getragene Smartphones, usw. ihre Beobachtungen miteinander austauschen können. Neben der seit einigen Jahren beständig gepflegten Propaganda schnellerer Datenraten als ein Segen für die Konsument*innen (als ob das ruckelfreie, hochauflösende Abspielen von Videos irgendwie besser und erstrebenswerter wäre, als das Leben in der Realität, wobei es das zumindest dann besonders zu sein scheint, wenn man sich in der Arbeit oder auf der langweiligen Bahn- oder Autofahrt dorthin oder von dort oder in der Öde des standardisierten spießigen Ikea-Eigenheims befindet) dient heute folglich vor allem das Autonome Fahren als Legitimationsgrundlage für den Ausbau des potenziell gesundheitsschädlichen (zumindest befürchten das sogar Teile der weltweiten Ärzt*innenschaft) 5G-Netzes.</p>
<p>Während die Befürworter*innen des Autonomen Fahrens uns erzählen, dass dadurch weniger Unfallopfer zu beklagen wären, versuchen sie zugleich gemeinsam mit führenden Sozialethiker*innen und -eugeniker*innen eine „neue Ethik“ zu etablieren, die es den todbringenden Maschinen auf Rädern ermöglichen soll, zu entscheiden, wer denn von ihnen lieber überfahren werden soll, der Schwarze, die Weiße, ein Kind im Rollstuhl oder ein Großvater am Gehstock, lieber zwei Arbeitslose oder ein Topmanager, usw. usw. Und ganz gemäß des kybernetischen Charakters dieses Projekts bieten sie interessierten Hobby-Henker*innen, denn so muss man zweifellos jene bezeichnen, die den Maschinen das zielgerichtete Morden beibringen wollen, an, in gameifizierten Online-Szenarios ihren Senf dazu zu geben. Dass dabei die einzig vernünftige Option das („autonom fahrende“) Auto abzufackeln in keinem dieser Szenarien überhaupt vorkommt, versteht sich ebenso von selbst, wie die ständig wiederholte Behauptung, dass es der menschliche Makel und nicht die todbringende Technologie wäre, der für die so zahlreichen Tode durch den Straßenverkehr verantwortlich sei, wo sich doch offensichtlich zwei zu Fuß gegeneinander prallende Menschen (und das kommt viel seltener vor) sehr viel seltener tödlich verletzen.</p>
<p>Im Zuge der IAA wurde in München tatsächlich das 5G-Netz erheblich ausgebaut. Entlang der eigens für die IAA eingerichteten, sogenannten „Blue Lane“, einer Teststrecke für Autonomes Fahren und E-Autos, sowie in den Messehallen, auf dem Messegelände und an den Innenstadt-Standorten der IAA wurde durch die Telekom, Vodafone und Telefonica eine angeblich flächendeckende 5G-Versorgung realisiert. Nicht nur wurden dafür 40 Kilometer Glasfaserkabel neu verlegt, auch Dutzende neue Antennenstandorte wurden für 5G erschlossen. Eine enorme Ausweitung, der bisher hauptsächlich im Milbertshofener Umland der BMW-Werke in München etablierten 5G-Infrastruktur, die nach der Messe nicht wieder verschwinden wird. Dafür sollen die Fahrzeuginsass*innen auf der „Blue Lane“ der IAA in den „Genuss“ von Virtual Reality-Unterhaltungsangeboten kommen. So sollen die Langeweile, das Betäubungsgefühl und das Unbehagen, die mit einer Fahrt im Auto in der Regel einher gehen, durch die Ersatzerfahrungen virtueller Erlebnisse kompensiert werden.</p>
<p>Bei so viel Entgegenkommen der Stadt München an die Technokraten der IAA und Co., wundert es kaum, dass das Weltwirtschaftsforum (WEF), beabsichtigt ein Zentrum für die Vierte Industrielle Revolution in München zu errichten. Der 5G-Ausbau im Zuge der IAA und zuvor, ebenso wie das ohnehin günstige Investitionsklima für Tech-Startups in München, sowie die Tatsache, dass sich in den letzten Jahren zahlreiche führende Unternehmen des Cyber-Valleys hier angesiedelt haben, dürfte auch den Vorhaben dieser Technokraten, die die ganze Welt in ein kybernetisches Gefängnis verwandeln wollen, entgegen gekommen sein und folglich den Wirtschaftseliten dieser Welt gefallen haben.</p>
<p><strong>Alle Straßen führen nach Rom und alle Gleise nach Auschwitz</strong></p>
<p>Die IAA will in diesem und den folgenden Jahren versuchen, ihren Fokus weg vom Auto hin zu Mobilität insgesamt zu verschieben. Während das schon immer vorrangig als Spielzeug der Bonzen dienende Auto zunächst dank einem Industriellen, der seine Arbeiter*innen als einen zwar nicht neuen, aber zumindest doch zuvor unberücksichtigten Absatzmarkt entdeckte, zu einem Konsumgut für alle, die auf der Suche nach sozialem Status waren, wurde und erst gegen Mitte/Ende des 20. Jahrhunderts zu einem bedeutenden Verkehrsmittel, mit dem die Menschen in die Büros und Fabriken in den Vorhöfen der Metropolen gelangten, gilt für das gesamte Transportwesen von sowohl Waren als auch Menschen noch viel mehr und vor allem seit eh und je, dass es sich dabei um eine kritische Infrastruktur der Herrschaft handelt. Dass sprichwörtlich ebenso wie buchstäblich „alle Wege nach Rom führen“, also in die Metropolen der imperialen, kapitalistischen Macht, mag eine Binsenweisheit sein, und doch ist es eine, die uns vor Augen hält, welchen Interessen jegliche Form des Transportwesens im Allgemeinen und eine seiner modernen, globalistischen und spezifischen Ausprägungen als bürgerlich liberale „Mobilität“ im Besonderen, ausschließlich zu dienen vermag. Während es vor allem die Verwalter*innen des Imperiums mit ihren Truppen waren, die aus Rom auszogen und mit Steuern, Kriegsbeute und anderem zurückkehrten, die Kaufleute, die Waren aus allen möglichen Winkeln des Reiches nach Rom brachten und die Sklav*innenhändler, die die Oberschicht Roms mit ihrer Diener*innenschaft versorgten, die für ihre Tätigkeit allesamt der Straßen bedurften, die von Rom aus bis zu den Rändern des Imperiums reichten, so sind es heute vor allem die LKW-Kolonnen auf den Autobahnen dieser Welt, sowie der Schienenverkehr, die Rohstoffe und Waren und letzterer eben auch die modernen, bezahlten ebenso wie manchmal auch unbezahlten Sklav*innen, die <em>Arbeitskräfte</em> in den Büros und Fabriken, den Minen, Feldern und Wäldern, zu Lande verschippern, nachdem sie oft vom anderen Ende der Welt in den Häfen verladen oder gar per Luftfracht ins Land gebracht wurden, während der Personenverkehr, der all die Agent*innen der kapitalistischen und kolonialen Weltadministration an ihre Ziele bringt, auf Flugzeuge, Hochgeschwindigkeitszüge und PKW setzt.</p>
<p>Die Ideologie der Mobilität, die uns von den Globalist*innen und Jünger*innen des Fortschritts als größtmöglicher Ausdruck von Freiheit verkauft wird, ist im Grunde nichts anderes als die Verherrlichung jener fahrenden Klasse an Managern, Politiker*innen, Stars und Unterhalter*innen, Superreichen, Philantropen und anderer Bevölkerungsverwalter*innen, die durch die Lande reisen in dem permanenten Bestreben, die Belange der Herrschaft in allen Winkeln des Imperiums zu regeln. Sie hat sich jedoch so sehr verfestigt, dass es den Menschen kaum noch möglich ist, einen Unterschied zu sehen zwischen jenen Wenigen, die mehr oder weniger freiwillig von Stadt zu Stadt, Metropole zu Metropole, von der Hauptstadt in die Kolonie, usw. pilgern und dabei die für ihre Klasse entwickelten Hochgeschwindigkeitsverkehrsmittel nutzen und jenen, die dann doch eher sehr beschränkt freiwillig tagtäglich mit Bus und Bahn als das erforderliche Menschenmaterial in die Büros und Fabriken gekarrt werden, oder die sich dort, wo diese Verkehrsmittel nicht ausreichend zur Verfügung stehen, selbst mit dem Auto dorthin karren. Ob in Personenzügen oder Viehwaggons, wo Menschen dicht an dicht gedrängt Minuten- und stundenlange ausharren und dort wo die Menschen sogar von Personal der Verkehrsbetriebe noch ein wenig mehr gestopft werden, da vermag der Unterschied kaum noch aufzufallen. Und wer dieses Verkehrsmittel dem „Individualverkehr“ gegenüber verherrlicht, ist nicht nur ein Feind des Individuums, sondern auch ein Feind jeden Lebens, für den dieses eben nur als eine Ressource taugt, die im eigenen Interesse herumgeschubst werden kann, wie es einem beliebt.</p>
<p>„Auschwitz war für mich nur ein Bahnhof“, sagte einst Franz Novak, einer der Eisenbahner, die die Deportation der jüdischen Bevölkerung im Büro des Bürokraten Adolf Eichmann („Ich war kein normaler Befehlsempfänger, dann wäre ich ein Trottel gewesen, sondern ich habe mitgedacht, ich war ein Idealist gewesen.“) mit Sonderzügen und penibel erarbeiteten Fahrplänen maßgeblich mit organisiert hatte. Wenn der SS-Mann Novak auch beabsichtigte, sich mit dieser Aussage vor Gericht von seiner Beteiligung am Holocaust zu entlasten und er selbstverständlich wusste, was hinter der Rampe von Auschwitz auf die dorthin Deportierten wartete, so denke ich doch, dass eine gewisse Wahrheit in seiner Aussage liegen mag: Was Hannah Arendt als eine gewisse „Banalität des Bösen“ Novaks Vorgesetztem Eichmann attestiert, dass dieser nämlich entgegen seiner eigenen Einschätzung eben schon ein ziemlicher Trottel gewesen sein muss, der durch das hirnlose Befolgen von Befehlen und die notwendige Entfremdung, die damit einhergeht, dass er vom Schreibtisch aus handelte, überhaupt in der Lage dazu war, einen solchen industriellen Genozid maßgeblich mitzuorganisieren, das kann getrost auch von Novak selbst gesagt werden. Die Eisenbahn, die den Transport von vorher unvorstellbaren Massen an Menschen ermöglicht, sie wurde in ihrer Geschichte wiederholt genutzt, um indigene Bevölkerungen zu deportieren, der Holocaust und die Deportation von Millionen von Juden in fahrplangerecht abfahrenden Sonderzügen stellt dabei nur den vorläufigen Höhepunkt der Grausamkeit in dieser Geschichte dar. „Wenn diese Sache einmal gemacht werden musste,… dann war es besser, wenn Ruhe und Ordnung herrschten und alles klappte“, erklärte Adolf Eichmann sein Handeln, wobei er mit „Sache“ die Deportation und Vernichtung der Juden meint. Dass dies in „Ruhe und Ordnung“ überhaupt möglich ist, das ist vor allem der Technologie von Zügen, Gaskammern, Krematorien, informationstechnisch gestützter Datenbanken (Hollerith-Lochkarten), in denen die Menschen automatisiert dem Arbeitseinsatz oder der Vergasung, dem einen Lager oder dem anderen zugewiesen werden können, Grenztechnologie (Zäune, Stacheldraht, Wachtürme, usw.), erbbiologischer medizinischer Untersuchungen, usw. geschuldet, die die den Genozid letztlich maßgeblich organisierenden Menschen von der Verantwortung für ihr Handeln, das nunmehr rational ist und dem Diktat der Wissenschaft und der Logik folgt, loszusagen scheint. Mit Blick auf Novak und seine Eisenbahnen könnte man vielleicht auch sagen, dass die schiere Möglichkeit Menschen zu hunderten und tausenden in Waggons zu pferchen und an einen anderen Ort zu deportieren und seine Aufgabe dafür die nötige Papierarbeit zu vollbringen, ebenso wie der Zugführer „nur“ die Lokomotive steuert, der Techniker „nur“ die Maschinen wartet und sich irgendwelche anderen arbeitsteilig am Holocaust Mitwirkenden vielleicht sogar darin gefallen mögen, die vollgestopften Wägen in der prallen Sonne mit etwas Wasser zu kühlen und so irgendeiner präfaschistischen Moral genüge zu tun, also einerseits die von der Technologie erforderte Arbeitsteilung und die daraus resultierende Entfremdung und andererseits der Ehrgeiz auf dem eigenen Gebiet herausragende Leistungen innerhalb eines Systems der Fahrt in den Tod zu vollbringen, die notwendige Bedingung dafür sind, dass ein solcher Genozid überhaupt denkbar wird. Denn genau auf diese Weise ist es möglich, die Deportierten dermaßen zu entmenschlichen, dass es völlig ausgeschlossen sein wird, sich in ihnen wiederzuerkennen.</p>
<p>Diese strukturell genozidale Macht der Technologie, sie kann von uns nicht einfach ignoriert werden. Wir können uns von einer Technologie, die uns entweder als Arbeitssklav*innen in die Büros und Fabriken oder eben in die Arbeits-, Konzentrations- und Vernichtungslager zu verbringen vermag, eine Technologie, deren Einsatz also von einer Entscheidung der Herrschenden abhängt und die folglich alleine den Interessen der Herrschenden dient, keinerlei emanzipatorisches Potenzial erwarten, im Gegenteil: Diese Technologie muss von uns vielmehr als elementarer Bestandteil unserer Unterdrückung, als ein Instrument der Herrschenden zu unserer Versklavung begriffen werden.</p>
<p><strong>Die Zerstörung der Todesmaschinerie und ihrer Mobilität</strong></p>
<p>Erst wenn man das Transportwesen und eine seiner Facetten, die Mobilität, als ein Instrument der Herrschaft versteht, sich sowohl in den zu Betonwüsten gewordenen Metropolen aufrechtzuerhalten, als auch selbst in den abgelegensten Winkeln der Welt, in denen die Biosphäre noch sowohl halbwegs fruchtbare Böden, als auch jede Menge Rohstoffe verbirgt, beginnt man zu begreifen, wie es überhaupt sein kann, dass der für Transportwesen und Mobilität notwendige, globale extraktivistische Rohstoffabbau, für den wiederum das Transportwesen und die Mobilität unverzichtbar sind, nicht nur ein merkwürdiger und hirnloser Selbstzweck sind. Es geht bei weitem über die ursprüngliche Akkumulation von Reichtümern in einem Prozess kolonialer Ausbeutung hinaus, die für E-Autos, Autos im Allgemeinen, Züge, Flugzeuge, Windturbinen, Photovoltaikzellen, E-Roller, E-Bikes, Microchips, Funkkommunikation, Roboter, usw. usw. erforderlichen (Edel-)metalle, seltenen Erden sowie das Alkalimetall Lithium, und natürlich die nicht wegzudenkenden fossilen Brennstoffe zu schürfen, sondern von der Kommunikationstechnologie, über Waffen und andere Rüstungsgüter bis hin zu den motorisierten Fortbewegungsmitteln der Schergen der Herrschaft machen die mit diesen Rohstoffen gefertigten Produkte, die zu deren Herstellung errichteten Verkehrsinfrastrukturen, insbesondere Straßen und Schienennetze, aber auch Elektrizitätsinfrastruktur, Wasserleitungen und Brunnen und Co. und die damit – ebenso wie dafür – in Gang gehaltene Energieversorgung&nbsp; auch die materielle repressive Schlagkraft der Herrschaft aus. Selbst wenn also die extraktivistische Zerstörung der Umwelt durch Minen, Straßen- und Gleisbauten, Raffinerien, usw. vielleicht vorrangig den Ideologien von Fortschritt und Wachstum folgt und sicher maßgeblich von ihnen vorangetrieben wird, so sind sie nicht bloßer Selbstzweck, sondern schlicht notwendig, um die globale Todesmaschinerie kolonialer, kapitalistischer Herrschaft am Laufen zu halten.</p>
<p>Wenn hierzulande die sozialistischen Fortschrittsjünger*innen also davon schwadronieren, dass man diese Maschinerie bloß in die richtigen Hände, die ihren, zu übergeben bräuchte, dann sollte man sich egal ob sie nun in faschistisch-sozialistischer Manier Volkswägen für alle versprechen, ob sie sich den genozidalen Kerntechnologien der Deportation, dem Transportwesen auf Gleisen, zuwenden, oder ob sie diese beiden Ansätze in einer technokratischen Dystopie, die angeblich <em>um’s Ganze</em> ginge, fusionieren, nicht darüber täuschen lassen, dass dies dieselben kolonialen Prozesse erfordert, wie das derzeitige kapitalistische Mobilitätsunterfangen. Es erfordert dieselbe Versklavung von Menschen in den Minen des globalen Südens, es erfordert dieselbe, lebensraumvernichtende Zerstörung der Biosphäre durch Tagebaue, wasseraufbrauchende Industrieanlagen, den Ausstoß von Umweltgiften, petrochemische Landwirtschaft und deren genmanipulierte Monokulturen, radioaktive Verstrahlung, Urbanisierung und Straßenbau, usw. usw., es erfordert dieselben mörderischen Grenzpolitiken, die die Menschen daran hindern in die wohlhabenderen Regionen dieser Welt zu fliehen und die gleiche konsum- und medial produzierte Ablenkung und Befriedung der Massen, die uns auch heute schon zu willenlosen ebenso wie willfährigen Subjekten als Teil dieses industriellen Todesmarschs degradiert.</p>
<p>Nein, wenn wir uns gegen die Todesmaschinerie wenden wollen, die uns und die ganze Welt mit rasanter Geschwindigkeit auf den Abgrund zusteuert, dann gibt es keinen anderen Weg als ihre kompromisslose Zerstörung. Die IAA anzugreifen kann dabei kaum mehr als ein symbolisches Unterfangen sein, vielleicht noch der Versuch anhand eines spezifischen Anlasses die eigene Kritik an Kapitalismus und Zivilisation zu schärfen und sich daran auszuprobieren eine aufständische Praxis gegen die Technologie zu entwickeln. Doch weder endet der Kampf mit der Zerstörung der IAA, noch hat er mit ihr begonnen. Autos, Straßen, Gleise und Züge, das Elektrizitätsnetz, Kommunikationsinfrastruktur, Informationstechnik, Tagebaue und Bergwerke, Panzer und Grenztechnologie, Atomkraftwerke und Atombomben, all das ist Teil der gleichen industriellen Todesmaschinerie, die unsere Leben fest im Griff hat und uns langsam aber sicher die Kehle zuschnürt. Wenn wir daran etwas ändern wollen, müssen wir die gesamte Technologie zerstören, unabhängig davon, welche Scheinfreiheiten sie uns auch versprechen mag.</p>
<p>Kopiert von <a href="https://zuendlumpen.noblogs.org/post/2021/09/03/die-iaa-in-muenchen-ein-postfaschistisches-forum-des-gruenen-kapitalismus-und-seiner-technokraten/">https://zuendlumpen.noblogs.org/post/2021/09/03/die-iaa-in-muenchen-ein-postfaschistisches-forum-des-gruenen-kapitalismus-und-seiner-technokraten/</a></p>
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		<title>Schöne Menschen gegen Hitler. Roter Widerstand: Ein überfälliger Dokumentarfilm über die &#8222;Rote Kapelle&#8220;</title>
		<link>https://endofroad.blackblogs.org/archive/13004</link>
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		<dc:creator><![CDATA[endofroad]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Sep 2021 21:56:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[-ABGESCHRIEBEN-]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kurz notiert]]></category>
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					<description><![CDATA[kopiert von Telepolis Sie war die größte Widerstandsbewegung im Dritten Reich. Viel größer als der 20. Juli oder &#8222;Die weiße Rose&#8220; und in vieler Hinsicht auch viel wirkungsvoller. Zugleich ist sie die unbekannteste. Das hat Gründe. Denn die &#8222;Rote Kapelle&#8220;, &#8230; <a href="https://endofroad.blackblogs.org/archive/13004">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<figure class="aufmacherbild">kopiert von <a href="https://www.heise.de/tp/features/Schoene-Menschen-gegen-Hitler-6176751.html">Telepolis</a></p>
<p><div style="width: 494px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" class="img-responsive" src="https://heise.cloudimg.io/width/700/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/1/5/9/9/2/7/b15002bb9b9d6716.jpeg" alt="" width="484" height="272"><p class="wp-caption-text">Libertas Schulze-Boysen. Gedenkstätte Deutscher Widerstand</p></div><figcaption class="akwa-caption"></figcaption></figure>
<blockquote><p>Sie war die größte Widerstandsbewegung im Dritten Reich. Viel größer als der 20. Juli oder &#8222;Die weiße Rose&#8220; und in vieler Hinsicht auch viel wirkungsvoller. Zugleich ist sie die unbekannteste.</p>
<p><span id="more-13004"></span></p>
<p>Das hat Gründe. Denn die &#8222;Rote Kapelle&#8220;, dieser bunt zusammengewürfelte, heterogene Haufen aus Hedonisten und Moralisten, aus deutschen Linken und Rechten, aus Bürgern und Arbeitern passt nicht zur Sehnsucht der Deutschen nach klaren eindeutigen Bildern. &#8222;Weiße Rose&#8220;, das sind die jungen Menschen des reinen Gewissens; der 20. Juli, das sind &#8222;Offiziere gegen Hitler&#8220;, auch wenn die meisten von ihnen jahrelang munter am Vernichtungskrieg mitgewirkt hatten, bevor sich ihr Gewissen meldete; aber dann immerhin.</p>
<h3 class="subheading"><strong>Attentat auf Goebbels</strong></h3>
<p>Dabei gab es die &#8222;Rote Kapelle&#8220; genau genommen sogar doppelt. Einerseits in Berlin, andererseits in Brüssel und Paris. Etwa 300 Menschen waren daran beteiligt, Nachrichten über Kriegsvorbereitungen zu den Alliierten zu bringen. Außer losen Verbindungen gab es keinen Zusammenhang zwischen beiden Organisationen. Nur in den Augen der Nazis.</p>
<p>Da war einerseits ein loses Widerstandsnetzwerk in Berlin und seinem Umland. Ungeachtet des zunehmenden Gestapo-Terrors verhalf man in den 1930-er Jahren Juden zur Flucht, verteilte regimekritische Flugblätter &#8211; und sammelte militärische Informationen. Auch Attentatsversuche gab es. So wollte &#8222;Rote Kapelle&#8220;-Mitglied Hansheinrich Kummerow den Propagandaminister Joseph Goebbels bei dessen Inselresidenz Schwanenwerder in die Luft sprengen.</p>
<h3 class="subheading"><strong>Regimekritik und Charisma</strong></h3>
<p>Eine der Schlüsselfiguren dieser Organisation war der charismatische Harro Schulze-Boysen. Als Offizier im Luftfahrtministerium gelang es ihm, sich Zugang zu Hitlers Aufmarschplänen für den Angriff auf die Sowjetunion zu verschaffen und schließlich auch für den Vorstoß nach Süden, im Sommer 1942 Richtung Stalingrad. Diese Informationen wollte er unbedingt an die Alliierten weiterleiten, denn ein Fall des Nazi-Regimes von innen heraus schien unmöglich.</p>
<figure class="rte__inlinebild akwa-inline-img akwa-inline-img col-lg-12 col-md-12 col-sm-12 col-xs-12"><figcaption class="rte__inlinebild_source akwa-caption">
<div>&nbsp;</div>
<div class="text">Dabei kam er in Kontakt mit einem kommunistischen Spionage-Ring, der in Brüssel und Paris aktiv war. Dessen &#8222;Grand Chef&#8220; war der deutsche Emigrant Leopold Trepper, der in Paris für die deutsche Besatzung arbeitete. Diese Gruppe funkte militärische Informationen nach Moskau. Zu ihr gehörte auch die in Polen geborene Sophia Poznańska,</div>
<div class="text">Codename Zosha, die in Belgien arbeitete, und Codierungsexpertin war.</div>
</figcaption></figure>
<p>Die Gruppe habe private Leidenschaften nie von politischem Engagement trennen können oder wollen, &#8222;keiner von ihnen&#8220;, das sei eines &#8222;der großen Rätsel des Orchesters&#8220; gewesen&#8220;, resümiert Lital Levin, die Großnichte von Leopold Trepper, dem Kopf der Pariser Gruppe (&#8222;It is one of the big conundrums of the orchestra, that none of them were able to serperate private passions from the professional work they were doing. None of them.&#8220;)</p>
<h3 class="subheading"><strong>Nur wenige entkamen</strong></h3>
<p>&#8222;Rote Kapelle&#8220; &#8211; dies ist, um auch mit diesem Mythos aufzuräumen, keine Selbstbezeichnung wie &#8222;weiße Rose&#8220;, sondern der Name der nationalsozialistischen &#8222;Abwehr&#8220; für dieses lose Bündnis mutiger Männer und Frauen aus ganz Europa, die während des Zweiten Weltkriegs versuchten, Hitlers Vernichtungskriegsmaschine Einhalt zu gebieten.</p>
<p>1941 gelang es der deutschen Abwehr, Funkmeldungen aus verschiedenen Städten abzufangen. Man subsumierte diese Funkstellen unter dem Namen &#8222;Rote Kapelle&#8220;. Es begann eine gnadenlose Jagd auf Leben und Tod sowohl in Paris wie auch in Brüssel und Berlin. Nur wenige entkamen.</p>
<p>Nach dem Krieg wurden die Schergen der Gestapo von westlichen Geheimdiensten hofiert und im Kalten Krieg instrumentalisiert. Ihre Opfer hingegen wurden ein zweites Mal als Vaterlandsverräter denunziert.</p>
<figure class="rte__inlinebild akwa-inline-img akwa-inline-img col-lg-12 col-md-12 col-sm-12 col-xs-12"><figcaption class="rte__inlinebild_source akwa-caption">
<div class="text">
<div style="width: 625px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" class="cboxPhoto" src="https://heise.cloudimg.io/width/2000/q75.png-lossy-75.webp-lossy-75.foil1/_www-heise-de_/imgs/18/3/1/5/9/9/2/7/139b9cc3611dac84.jpg" alt="" width="615" height="445"><p class="wp-caption-text">Harro Schulze-Boysen (2.v.r) im Reichsluftfahrtministerium. Er und seine Frau Libertas waren von zentraler Bedeutung für den Widerstand. Bild: Gedenkstätte Deutscher Widerstand</p></div>
</div>
</figcaption></figure>
<p>&#8222;Kurz nach Kriegsende entsteht in Westdeutschland ein amerikanisch finanzierter Geheimdienst, wo sich vor allem ehemalige Wehrmachtsoffiziere sammeln, aber bald auch ehemalige Gestapo-Mitarbeiter, Leute aus dem SD der SS&#8230; Und die beginnen 1949 mit einer Operation gegen die Rote Kapelle&#8220;, zitiert der Film einen Historiker.</p>
<h3 class="subheading"><strong>Junge, kluge Idealisten</strong></h3>
<p>Der <a href="http://www.farbfilm-verleih.de/filme/die-rote-kapelle/" target="_blank" rel="external noopener">Dokumentarfilm von Carl-Ludwig Rettinger</a> rekonstruiert diese Geschichte und versucht, die Menschen um Harro Schulze-Boysen, Hans Coppi, Leopold Trepper greifbar zu machen. Dabei erzählt er nicht nur von den Hauptakteuren der Kapelle, sondern schafft auch Aufmerksamkeit für die über hundert anderen Mitstreiter, die heute nahezu vergessen sind.</p>
<p>Der Film ist gut geschnitten und präsentiert eine Fülle hochinteressanter Bilder in erstaunlich guter Qualität. Erkennbar ist das Bemühen der Filmemacher, Archivbilder zu verwenden, die noch nicht zu oft gesehen wurden, und nicht bereits in zig Dokumentarfilmen zuvor verwendet.</p>
<figure class="rte__inlinebild akwa-inline-img akwa-inline-img col-lg-12 col-md-12 col-sm-12 col-xs-12"><figcaption class="rte__inlinebild_source akwa-caption"><iframe loading="lazy" width="584" height="329" src="https://www.youtube.com/embed/5_Gr58alI8Y?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
</figcaption></figure>
</blockquote>
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		<title>#carlovive</title>
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		<dc:creator><![CDATA[endofroad]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Jul 2021 22:29:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[-ZUGESPIELT-]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[20 years of Genoa. Carlo vive. Never forget, never forgive. ph: Mural in Berlin-Kreuzberg]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>20 years of Genoa. Carlo vive. Never forget, never forgive.</p>
<p><a href="https://endofroad.blackblogs.org/wp-content/uploads/sites/581/2021/07/carlo20.jpeg"><img loading="lazy" src="https://endofroad.blackblogs.org/wp-content/uploads/sites/581/2021/07/carlo20-1024x683.jpeg" alt="" width="584" height="390" class="alignnone size-large wp-image-12803" srcset="https://endofroad.blackblogs.org/wp-content/uploads/sites/581/2021/07/carlo20-1024x683.jpeg 1024w, https://endofroad.blackblogs.org/wp-content/uploads/sites/581/2021/07/carlo20-300x200.jpeg 300w, https://endofroad.blackblogs.org/wp-content/uploads/sites/581/2021/07/carlo20-768x512.jpeg 768w, https://endofroad.blackblogs.org/wp-content/uploads/sites/581/2021/07/carlo20-450x300.jpeg 450w, https://endofroad.blackblogs.org/wp-content/uploads/sites/581/2021/07/carlo20.jpeg 1200w" sizes="(max-width: 584px) 100vw, 584px" /></a></p>
<p>ph: Mural in Berlin-Kreuzberg</p>
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		<title>&#8222;Ignoriert Bremen seine Erinnerungskultur?&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[endofroad]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Jun 2021 09:21:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[-ABGESCHRIEBEN-]]></category>
		<category><![CDATA[-ZUGESPIELT-]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[kopiert aus der Kreiszeitung Die Stadt Bremen will an der Reitbrake eine Bahnwerkstatt errichten. Das Problem: Dort befindet sich noch ein Zwangsarbeiterfriedhof. Anwohner protestieren. Sie sind die Vergessenen unter den Vergessenen. Die Überreste von mindestens 280 Zwangsarbeitern sollen in Bremen &#8230; <a href="https://endofroad.blackblogs.org/archive/12618">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>kopiert aus der <a href="https://www.kreiszeitung.de/lokales/bremen/bahnwerkstatt-auf-zwangsarbeiterfriedhof-anwohner-fordern-neuen-standort-90527176.html">Kreiszeitung</a></p>
<blockquote><p><strong>Die Stadt Bremen will an der Reitbrake eine Bahnwerkstatt errichten. Das Problem: Dort befindet sich noch ein Zwangsarbeiterfriedhof. Anwohner protestieren.</strong></p>
<div style="width: 1034px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://www.kreiszeitung.de/lokales/bremen/bahnwerkstatt-auf-zwangsarbeiterfriedhof-anwohner-fordern-neuen-standort-90527176.html"><img loading="lazy" src="https://www.kreiszeitung.de/bilder/2021/05/07/90527176/25863121-das-mahnmal-an-der-bremer-reitbrake-ra7.jpg" width="1024" height="576" class="size-large" /></a><p class="wp-caption-text">Das Mahnmal an der Reitbrake gedenkt der sowjetischen Kriegsgefangenen. Für 34 neue Regionalverkehrszüge, die das Land Niedersachsen kauft, will der Hersteller Alstom eine Werkstatt in Bremen-Oslebshausen einrichten.</p></div>
<p>Sie sind die Vergessenen unter den Vergessenen. Die Überreste von mindestens 280 Zwangsarbeitern sollen in Bremen auf dem Grundstück an der Reitbrake liegen. Genau dort soll sich unter der Erde ein russischer Zwangsarbeiterfriedhof befinden. <span id="more-12618"></span></p>
<p>Doch auf dem Gelände soll eine Bahnwerkstatt errichtet werden. Die Stadt kämpft dafür. Den Zuschlag für den Bau bis 2024 hat Zughersteller Alstom bereits erhalten. Anwohner, Mitglieder der Bürgerinitiative Oslebshausen (BI) und umzu sowie des Bremer Friedensforums zeigen sich entsetzt.</p>
<p><strong>Tag der Befreiung: Ignoriert Bremen seine Verantwortung bei der Erinnerungskultur?</strong></p>
<p>Bei dem Thema Reitbrake und dem Begriff Erinnerungskultur scheiden sich seit längerem die Geister. Gerade anlässlich des Tags der Befreiung und somit dem 76. Jahrestag der deutschen Kapitulation am Samstag, 8. Mai 2021, fordern BI und Friedensforum „eine wahrhaftige, schonungslose, präzise und transparente Aufarbeitung der Geschichte des Gräberfelds sowjetischer Naziopfer, des sogenannten ,Russenfriedhofs‘ und der hier bestatteten Menschen“. Dieser Ort sei eine Kriegsgräberstätte nach internationalen Abkommen. Hier soll nun eine würdige Gedenkstätte errichtet werden, heißt es in einer Pressemitteilung.</p>
<p>BI und Friedensforum sind der Meinung, dass sich eine von der Hafenbehörde angestrebte „In-Wert-Setzung des Grundstücks“ verbietet. Gerade von dem Hintergrund der Geschichte des Grundstücks, das sich im Eigentum der Stadt Bremen befindet.</p>
<p><strong>Russenfriedhof in Bremen: „Zeit der Vertuschungen von Kriegsverbrechen muss eine Ende haben“</strong></p>
<p>„Die Zeit der Vertuschungen von Kriegsverbrechen muss ein Ende haben und es muss Raum für ein angemessenes Gedenken gerade an dieser Stelle, wo die unzähligen Verbrechen verübt wurden, geben. Die Bahnwerkstatt ist an einem alternativen Standort in Bremen, beispielsweise an der Oldenburger Kurve, zu errichten“, erklären Dieter Winge, Sprecher der Bürgerinitiative, und Ekkehard Lentz, Sprecher des Bremer Friedensforum. Dafür liegt sogar eine Machbarkeitsstudie vor.</p>
<p>Zur Monstrosität der NS-Verbrechen gehörten auch die Millionen nicht-jüdischen Menschen, die der perfiden Vernichtungspolitik der Nazis zum Opfer gefallen seien. „Entsprechend der Rassen- und Lebensraumideologie wurden die Bürgerinnen und Bürger der Sowjetunion als ,minderwertige Slawen‘ und als ,Untermenschen‘ zu Rechtlosen erklärt, gedemütigt, versklavt und getötet.</p>
<p><strong>Zwangsarbeiterstätte in Bremen: Tote Bürger bleiben auch in der Nachkriegszeit Opfer zweiter Klasse</strong></p>
<p>Doch auch in der Nachkriegszeit blieben die verstorbenen sowjetischen Bürger Opfer zweiter Klasse. Wie aktuelle Recherchen von Professor Konrad Elmshäuser, Leiter des Staatsarchiv Bremen, ergeben haben, wurden im Mai 1946 alle Gräber von Angehörigen der Vereinten Nationen durch die Bremer Polizei auf alliierte Anweisung hin inspiziert und erfasst.</p>
<p>Vermutlich bereits kurz nach der Inspektion wurde der Friedhof, wahrscheinlich auf Veranlassung der Hafenbehörde, mit Sand überspült. Eine noch 1947 im Senat beschlossene Einrichtung eines Ehrenfriedhofs unterblieb aus bislang ungeklärten Gründen. Stattdessen wurden eine Exhumierung und Umbettung der Toten zum Osterholzer Friedhof 1948 vorgenommen. Aufgrund der Überspülung konnten die Gräber kaum wiedergefunden, und nicht alle Toten geborgen werden.</p>
<p><strong>Bahnwerkstatt Reitbake: Letzte Ruhestätte für 280 sowjetische NS-Opfer – Aufarbeitung bewusst vertuscht?</strong></p>
<p>Aktuell ist laut Staatsarchiv mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass 280 sowjetische NS-Opfer weiterhin in der Erde der Reitbrake liegen und dort ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.</p>
<p>Dieser Umstand wurde hiernach offenbar vertuscht. Professor Elmshäuser beklagt die dünne Quellenlage. Zu erwartende Quellen sind nicht auffindbar. Offenbar wurde die Aufklärung des Sachverhalts über Jahrzehnte unterdrückt. Noch 1992 hat die Stadt Bremen bei den Planungen für ein Sondermüll-Zwischenlager trotz begründeter Hinweise keine ernsthafte Untersuchung veranlasst.</p>
<p><strong>Bremen darf sich nicht aus Verantwortung stehlen – Nazi-Stadtgeschichte verantwortungsvoll aufarbeiten</strong></p>
<p>„Die Stadt Bremen muss achtzig Jahre nach dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 endlich diesen Teil der Stadtgeschichte transparent und verantwortungsvoll aufarbeiten und einen Weg für ein angemessenes Gedenken an diesem durch schreckliche Kriegsverbrechen belasteten Ort finden“, fordern BI und Friedensforum.</p>
<p>Auch die Politik ist sich nicht einig. Die Linken sprechen sich gegen den Standort Oslebshausen aus. Ebenso der Gröpelinger SPD-Beirat, der sich damit sogar gegen die eigene Bürgerschaftsfraktion stellt.</p>
<p>Vor dem Bau will die Landesarchäologie das Gelände untersuchen lassen. Die Leiterin der Behörde, Uta Halle, ist sich sicher: «Wir können als Landesarchäologie nicht so tun, als wüssten wir nichts.»</p></blockquote>
<p>Quelle: <a href="https://www.kreiszeitung.de/lokales/bremen/bahnwerkstatt-auf-zwangsarbeiterfriedhof-anwohner-fordern-neuen-standort-90527176.html">kreiszeitung.de</a></p>
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		<title>Herzlichen Glückwunsch, liebe Genoss*in!</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Mar 2021 19:04:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[-ZUGESPIELT-]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 5. März 1871, vor 150 Jahren, wurde die Genoss*in Rosa Luxemburg in Zamość, heute Polen, geboren. Obwohl vor 102 Jahren in Berlin zusammen mit Karl Liebknecht durch rechte Freikorps im politischen Auftrag der SPD ermordet, scheint sie heute nur &#8230; <a href="https://endofroad.blackblogs.org/archive/11935">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" src="https://endofroad.blackblogs.org/wp-content/uploads/sites/581/2021/03/158079154_4230666653628151_146251296228113567_n-300x253.jpg" alt="" width="300" height="253" class="alignleft size-medium wp-image-11936" srcset="https://endofroad.blackblogs.org/wp-content/uploads/sites/581/2021/03/158079154_4230666653628151_146251296228113567_n-300x253.jpg 300w, https://endofroad.blackblogs.org/wp-content/uploads/sites/581/2021/03/158079154_4230666653628151_146251296228113567_n-768x648.jpg 768w, https://endofroad.blackblogs.org/wp-content/uploads/sites/581/2021/03/158079154_4230666653628151_146251296228113567_n-355x300.jpg 355w, https://endofroad.blackblogs.org/wp-content/uploads/sites/581/2021/03/158079154_4230666653628151_146251296228113567_n.jpg 814w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<blockquote><p>Am 5. März 1871, vor 150 Jahren, wurde die Genoss*in Rosa Luxemburg in Zamość, heute Polen, geboren. Obwohl vor 102 Jahren in Berlin zusammen mit Karl Liebknecht durch rechte Freikorps im politischen Auftrag der SPD ermordet, scheint sie heute nur noch Fans zu kennen. Auch und gerade aus den politischen Lagern, die sie aktiv bekämpfte und die für ihren Tod verantwortlich sind. Vom Feuilleton der bürgerlich-liberalen Presse bis zu den Jusos, alle scheinen plötzlich große Rosa-Fans zu sein.<br />
<span id="more-11935"></span></p>
<p>Dabei war sie nicht nur, mit vielen anderen zusammen, an der Gründung der Kommunistischen Partei Deutschlands beteiligt, sondern auch ihre erste Vorsitzende. Als revolutionäre Kommunist*in war ihr Verhältnis zur parlamentarischen Demokratie immer nur ein taktisches. Trotz anderer Ansichten z.B. über den Charakter und die Aufgaben einer kommunistischen Partei als z.B. Lenin und die Bolschewiki war ihr Verhältnis zum jungen Sowjet-Russland immer ein kritisch-solidarisches. Folgerichtig beteiligte sie sich aktiv an der revolutionären Räte-Bewegung nach dem 1. Weltkrieg. Ihr Ziel war es, die bürgerlich-demokratische Revolution gegen Monarchie und Weltkrieg weiterzutreiben und als sozialistische Revolution zu vollenden.</p>
<p>Als proletarische Internationalist*in war aber auch das von ihr und Millionen anderen angestrebte Sowjet-Deutschland nur ein erster, kleiner Schritt auf dem Weg zur Weltrevolution.</p>
<p>Nun stehen weder ZEIT, Frankfurter Rundschau und Co. noch die Jugendorganisationen von SPD, Grünen und Linkspartei im ernsthaften Verdacht, auf einen revolutionären Umsturz hinzuarbeiten, den bürgerlichen Staat zerschlagen und das Privateigentum an Produktionsmitteln abschaffen zu wollen. Das Gegenteil ist der Fall. Ihr merkwürdiges Fantum für Rosa ist deshalb ihnen auch nur möglich, indem sie konsequent ihre politischen Ansichten und Handeln ausblenden und verfälschen. An ihre Stelle setzen sie hohle Phrasen und Gewäsch. Sie quatschen von einer „starken Frau“.</p>
<p>Sie philosophieren über ihr ach so „feinsinniges Gemüt“ und faseln im Duktus einer Werbeagentur darüber, welche „Inspiration“ sie doch für sie sei. Eine Sorte der vereinnehmenden Entpolitisierung, die, nebenbei gesagt, kaum ein Gegenstück bei einem Mann kennt.</p>
<p>Im Umgang mit Karl Liebknecht oder gar Leo Jogiches zum Beispiel findet sich nichts vergleichbares. Dies zeigt nicht nur die anti-kommunistische sondern auch die patriarchale Denke der plötzlichen Rosa-Fans.</p>
<p>Rosa als Person, als Genoss*in, ernst zu nehmen bedeutet dagegen auch im Jahr 2021, sich vor allem mit ihr und ihren politischen Handeln, ihren Inhalten auseinander zu setzen. In ihren praktischen Erfahrungen, aber auch in ihre Krisentheorie, ihre Ansichten über die Dialektik von Reform und Revolution und ihrem Begriff von Partei und revolutionären Subjekt findet sie nämlich auch heute noch vieles, an das sich anknüpfen ließe.</p>
<p>Vermutlich aber nichts, dass für die gepflegte Lektüre der sonntäglichen Zeitung geeignet ist. Und auch für die identitäre Imagepflege der eigenen Parteikarriere dürfte die reale Rosa eher nicht hilfreich sein. Für die revolutionäre Umwälzung des patriarchalen Kapitalismus dafür um so mehr.</p>
<p>Um Rosa selber zu Wort kommen zu lassen:<br />
❝Eure „Ordnung” ist auf Sand gebaut. Die Revolution wird sich morgen schon „rasselnd wieder in die Höh&#8216; richten” und zu eurem Schrecken mit Posaunenklang verkünden: ich war, ich bin, ich werde sein!<br />
(Aus ihrem letzten Artikel in der „Roten Fahne“ vom 14. Januar 1919. Geschrieben am Vortag ihrer Ermordung )<br />
Bis dahin lassen sich Rosas Texte u.a. hier lesen: https://www.marxists.org/deutsch/archiv/luxemburg/</p>
<p>Herzlichen Glückwunsch, liebe Genoss*in!</p></blockquote>
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			</item>
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		<title>Gedenken an die Widerstandskämpferin Cato Bontjes van Beek</title>
		<link>https://endofroad.blackblogs.org/archive/11264</link>
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		<dc:creator><![CDATA[endofroad]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Nov 2020 19:14:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[-ABGESCHRIEBEN-]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[kopiert von butenunbinnen.de Geboren wurde sie heute vor 100 Jahren in Bremen. Wir erinnern an eine junge Frau, die sich selbst im Gefängnis den Nazis entgegenstellte – bis zu ihrer Hinrichtung. Geboren 1920 in Bremen, gestorben 1943 in Berlin – &#8230; <a href="https://endofroad.blackblogs.org/archive/11264">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>kopiert von <a href="https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/gesellschaft/cato-bontjes-van-beek-100.html">butenunbinnen.de</a></p>
<blockquote><p><strong>Geboren wurde sie heute vor 100 Jahren in Bremen. Wir erinnern an eine junge Frau, die sich selbst im Gefängnis den Nazis entgegenstellte – bis zu ihrer Hinrichtung.</strong></p>
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<p>Geboren 1920 in Bremen, gestorben 1943 in Berlin – ein kurzes Leben. Und dabei hatte diese junge Frau so viele Pläne und Träume.</p>
<p><span id="more-11264"></span></p>
<p><em>    Schade, dass ich nichts auf der Welt lasse als nur die Erinnerung an mich!</em><br />
    Cato Bontjes van Beek</p>
<p>Diesen Satz schreibt sie an ihre Mutter, kurz bevor sie von den Nazis hingerichtet wird. Die Schauspielerin Anna Thalbach zitiert in einer ARD-Dokumentation aus diesem Brief und gibt Cato eine Stimme: &#8222;Ich stehe jetzt zwischen Leben und Tod. Wenn ich im Bett liege, dann stelle ich mir vor, wir seien alle im lieben Fischerhude. In Gedanken gehe ich durch alle Zimmer.&#8220;</p>
<p>In dem kleinen Dorf an der Wümme ist sie aufgewachsen. Der Vater Keramiker, die Mutter Ausdruckstänzerin und Malerin, ihr Zuhause ein Treffpunkt für Künstler, Literaten, Intellektuelle. Ein offenes Haus, in dem Gäste ein und ausgehen – einer von ihnen ist der junge Helmut Schmidt, der sich später noch sehr gut daran erinnert: &#8222;Kennzeichnend war die Liberalität der Atmosphäre. Wenn mal jemand zu Besuch war, der nicht hineinpasste in diese Liberalität, dann kriegte man Bescheid: &#8218;Bei dem muss man sich vorsehen!'&#8220;</p>
<p><strong>Leben für den Widerstand</strong></p>
<p>Ihre Eltern Jan und Olga Bontjes van Beek stehen politisch links. Und so erziehen sie auch ihre drei Kinder, die bei der Hitler-Jugend nicht mitmachen. Als die Eltern sich scheiden lassen, zieht der Vater nach Berlin. 1937 folgt ihm Cato, um in seiner Werkstatt eine Ausbildung zu machen. Mit 20 lernt sie Mitglieder der Widerstandsgruppe kennen, die die Gestapo später &#8222;<a href="https://www.gedenkstaette-ploetzensee.de/hinrichtungen-in-ploetzensee/die-rote-kapelle">Rote Kapelle</a>&#8220; nennt. Cato ist schnell dabei, sie hilft, Flugblätter zu entwerfen und zu verteilen, versteckt Verfolgte. Doch zwei Jahre später schlägt die Gestapo zu. Catos Bruder Tim schildert den Moment so.</p>
<p><em>    Am 20. September 42 haben sie Cato mit dem Vater zusammen morgens aus den Betten geholt, verhaftet und gleich mitgenommen.</em><br />
    Tim Bontjes van Beek</p>
<p>Insgesamt 130 Leute werden verhaftet. Niemand rechnet anfangs mit mehr als ein paar Jahren Zuchthaus. Cato lässt sich ihre Lebenslust auch hinter Gittern nicht nehmen, erzählen Mitgefangene später. Sie tanzt, macht Gymnastik und singt in ihrer Zelle. Ihr Lieblingslied: &#8222;Die Gedanken sind frei&#8220;.</p>
<p><em>    Und sperrt man mich ein im finsteren Kerker,<br />
    das alles sind rein vergebliche Werke,<br />
    denn meine Gedanken, sie reißen die Schranken<br />
    und Mauern entzwei – die Gedanken sind frei!</em><br />
    Auszug aus dem Liedtext</p>
<p>Der Vater wird nach drei Monaten entlassen, doch Cato wird wegen &#8222;Beihilfe zur Vorbereitung des Hochverrats und zur Feindbegünstigung&#8220; zum Tode verurteilt. Ein Gnadengesuch lehnt Adolf Hitler persönlich ab. Tim Bontjes van Beek kann seine Schwester noch einmal im Gefängnis sehen. Er berichtet: &#8222;Cato hat furchtbar geweint. Man konnte sich kaum unterhalten. Es war natürlich ein Aufseher dabei. Und was soll man da sagen? Einem Menschen, der eine Todeskandidaten-Binde am Oberarm trägt? Es war ganz, ganz schlimm!&#8220;</p>
<p><strong>Nach fast zehnmonatiger Haft hingerichtet</strong></p>
<p>Am 5. August 1943 werden in der Haftanstalt Berlin-Plötzensee im Dreiminutentakt 16 Menschen mit dem Fallbeil hingerichtet. Cato ist die Vorletzte. Sie stirbt mit gerade mal 22 Jahren.</p>
<p><strong>Catos Spuren in Fischerhude</strong></p>
<p>In der Liebfrauenkirche erinnert eine Seite im Totenbuch an ihr Leben. Sie ist als einzige Frau dort verewigt. Gleich neben der Kirche ist ein schmaler Fußweg nach ihr benannt und auf dem Friedhof ist ein Gedenkstein auf dem Familiengrab der Bontjes van Beek ihr gewidmet. Sie liegt dort nicht begraben, denn die Nationalsozialisten gaben den Leichnam der Ermordeten für eine Bestattung nicht heraus. Ihre sterblichen Überreste wurden nach ihrer Hinrichtung der Gerichtsmedizin zur Verwendung überstellt. All diese tragischen Ereignisse veranlassten die Familie, Freunde und alle, die mit diesen Vorkommnissen befasst waren und sind, ihr Andenken zu bewahren und ihr Schicksal bis in die heutige Zeit lebendig zu halten.</p></blockquote>
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		<title>Der spanische Anarchist Lucio Urtubia ist tot</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Jul 2020 10:50:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[-ZUGESPIELT-]]></category>
		<category><![CDATA[Auswärtsspiel]]></category>
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					<description><![CDATA[“Wenn ich nochmal geboren würde, wäre ich Anarchist.” Diese Worte hörte der 19-jährige Lucio Urtubia an dem Totenbett seines Vaters. Dieser war zuerst bei den Sozialisten tätig, wechselte jedoch nach einer Gefängnisstrafe zu den Kommunisten. Die letzten Worte seines Vaters &#8230; <a href="https://endofroad.blackblogs.org/archive/10485">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>“Wenn ich nochmal geboren würde, wäre ich Anarchist.” Diese Worte hörte der 19-jährige Lucio Urtubia an dem Totenbett seines Vaters. Dieser war zuerst bei den Sozialisten tätig, wechselte jedoch nach einer Gefängnisstrafe zu den Kommunisten. Die letzten Worte seines Vaters würden den jungen Lucio zeit seines Lebens prägen.</p>
<p><iframe loading="lazy" width="584" height="329" src="https://www.youtube.com/embed/GG_HMCa2ud8?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Geboren wurde Urtubia 1931 in Navarra. Im Militärdienst begann er Waren zwischen der spanisch-französischen Grenze zu schmuggeln und überfiel mit Kollegen sogar ein Lagerhaus. Als er dabei entdeckt wurde, floh er nach Frankreich. Lange Zeit arbeitete er dort als Maurer. Außerdem suchte er Kontakte zur anarchistischen Szene in Frankreich. Als man ihn bat, einem Maqui1 Unterschlupf zu bieten, begann seine lange Freundschaft mit dem Anarchisten Quico Sabaté.</p>
<p><span id="more-10485"></span></p>
<p>Urtubia widmete sich vor allem der Geldfälschung und “zwang die First National City Bank in die Knie”, wie das spanische Onlinemagazin Eco Republicano in ihrem Nachruf schreibt. “Aber Lucio Urtubia war kein Dieb, sondern ein libertärer Kämpfer, ein Glied in einer langen Kette von revolutionären Kämpfern, die ‘Geldeintreibungsoperationen’ einsetzten, um die Kämpfenden und Bedürftigen zu unterstützen.” Seine Dienste wurden jedoch unter anderem von Che Guevara abgelehnt, von dem sich Urtubia enttäuscht zeigte.</p>
<p>Das Leben des Exil-Spaniers war Thema in zahlreichen Filmen, Bücher und Dokumentationen. Nun ist er mit 89 Jahren in Paris gestorben. Seine Handlungen hat der Anarchist stets verteidigt: “Wir sind Maurer, Maler, Elektriker, wir brauchen den Staat für nichts.” Bis zum Ende seines Lebens hat er an seinen Idealen festgehalten. </p></blockquote>
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