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	Kommentare zu: Aufruf zu dezentralen Aktionen gegen die „Corona-Rebellen“	</title>
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		<title>
		Von: Einer von Vielen		</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Einer von Vielen]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Sep 2020 13:58:55 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Hallo Leute,

ich finde Euer Flugblatt ganz ok, frage mich allerdings, warum Ihr den Verschwörungswahn zur Verschwörungstheorie adelt. Verschwörungstheorie ist ein Widerspruch in sich. Es ist ja nicht so, dass hier Leute eine Theorie hätten, denn dann könnte man sich mit ihnen rational auseinandersetzen. Auch haben sie keine Argumente, denn über Argumente lässt sich streiten. Ein Wahn unterscheidet sich von einer Theorie dadurch, dass er gegen Argumente hermetisch abgedichtet ist. Was er als &quot;Argumente&quot; vorbringt, sind sekundäre Rationalisierungen, die dem Wahn Plausibilität verleihen sollen (siehe Freud). Keineswegs aber werden, wie Ihr schreibt, &quot;Beweise&quot; gesucht. Wahn braucht keine Beweise. Entweder man ist drin -- ich meine, im Wahn -- oder eben nicht. Zwar kann man gesellschaftliche Gründe für die Entstehung des Wahns angeben, aber den Wahn und seine Äußerungen selbst mit Worten und Begriffen zu bedenken, die nur in der vernünftigen Diskussion ihre Berechtigung haben, ist ganz falsch und leistet der Legitimation des Wahns Vorschub.

Zum Beispiel Euer Satz: &quot;Der besondere Charakter der Verschwörungstheorien führt nicht nur zu rückschrittlichen Weltbildern, sondern behindert ganz allgemein das eigene kritische Denken und bietet damit Futter für vielerlei ideologischen Quatsch.&quot; Nein, nein, und nochmals nein. Verschwörungswahn behindert nicht kritisches Denken, er ist das genaue Gegenteil von Denken, ob kritischem oder unkritischem. Auch bietet er kein Futter für Ideologie, er ist Ideologie.

Und welcher Teufel reitet Euch, wenn Ihr diesem reaktionären Pack auch noch zugesteht, dass es &quot;Autoritäten wie Regierungen&quot; &quot;hinterfragt&quot;? Merkt Ihr nicht, dass Ihr Euch damit auf ein und dieselbe Gesprächsebene mit diesen Arschlöchern begebt? Der Unterschied ist dann nicht mehr der zwischen Verschwörungswahn und Gesellschaftskritik, sondern nur noch zwischen zwei Antworten auf dieselbe &quot;Hinterfrage&quot;. Dabei ist es doch das Einmaleins der Kritik, dass sie sich nicht an den Antworten, sondern an den Fragen abzuarbeiten hat. Nicht falsche Antworten auf eine gegebene Frage sind Gegenstand der Kritik, sondern die Frage selbst. Schon die Frage &quot;wer ist dafür verantwortlich?&quot; geht in die Irre, weil sie voraussetzt, dass die Menschen ihre Geschichte aus freien Stücken machen. Dass dem nicht so ist, ist das Salz der Gesellschaftskritik.

Vollends unglaublich finde ich, dass Ihr Euren &quot;Verschwörungstheoretikern&quot; auch noch &quot;gesellschaftskritische Motivationen&quot; unterjubelt, wenn auch nur &quot;manchmal&quot;. Das erinnert dann doch sehr an die Versuche der KPD in der Weimarer Republik, im Revier der NSDAP zu wildern und deren &quot;Kritik&quot; am &quot;jüdischen Kapital&quot; propagandistisch zur Kritik am Kapital überhaupt zu verallgemeinern.

Und dann faselt Ihr wie im Proseminar über die &quot;Komplexität der Gesellschaft&quot;, die durch Personifizierungen &quot;ausgeblendet&quot; werde. Was bitte schön ist &quot;komplex&quot; an einer Gesellschaft, die alles über den einen idiotischen Leisten der Profitproduktion schlägt, und wenn die Welt (zumindest die für Menschen bewohnbare) dabei zugrunde geht?

Auch ist nicht &quot;meistens&quot; rechts, wer weder rechts noch links sein will, oder kennt Ihr etwa Gegenbeispiele?

Und man kann diesem Pack alles Mögliche nachsagen, aber dass sie &quot;antimodern&quot; sind, gewiss nicht. Wie modern sie im Gegenteil sind, sagt Ihr ja selbst: Sie sind der Stoßtrupp der Wirtschaft. Schon die Kritik am NS als &quot;antimodern&quot; war grundfalsch, denn was gibt es Moderneres als die Industrie.

Am Ende angelangt, muss ich meinen einleitenden Satz revidieren: Zu viel Halbgares findet sich in Eurem Flugblatt, als dass ich es noch &quot;ganz ok&quot; finden könnte.

Solidarische Grüsse,

Einer von Vielen]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Leute,</p>
<p>ich finde Euer Flugblatt ganz ok, frage mich allerdings, warum Ihr den Verschwörungswahn zur Verschwörungstheorie adelt. Verschwörungstheorie ist ein Widerspruch in sich. Es ist ja nicht so, dass hier Leute eine Theorie hätten, denn dann könnte man sich mit ihnen rational auseinandersetzen. Auch haben sie keine Argumente, denn über Argumente lässt sich streiten. Ein Wahn unterscheidet sich von einer Theorie dadurch, dass er gegen Argumente hermetisch abgedichtet ist. Was er als &#8222;Argumente&#8220; vorbringt, sind sekundäre Rationalisierungen, die dem Wahn Plausibilität verleihen sollen (siehe Freud). Keineswegs aber werden, wie Ihr schreibt, &#8222;Beweise&#8220; gesucht. Wahn braucht keine Beweise. Entweder man ist drin &#8212; ich meine, im Wahn &#8212; oder eben nicht. Zwar kann man gesellschaftliche Gründe für die Entstehung des Wahns angeben, aber den Wahn und seine Äußerungen selbst mit Worten und Begriffen zu bedenken, die nur in der vernünftigen Diskussion ihre Berechtigung haben, ist ganz falsch und leistet der Legitimation des Wahns Vorschub.</p>
<p>Zum Beispiel Euer Satz: &#8222;Der besondere Charakter der Verschwörungstheorien führt nicht nur zu rückschrittlichen Weltbildern, sondern behindert ganz allgemein das eigene kritische Denken und bietet damit Futter für vielerlei ideologischen Quatsch.&#8220; Nein, nein, und nochmals nein. Verschwörungswahn behindert nicht kritisches Denken, er ist das genaue Gegenteil von Denken, ob kritischem oder unkritischem. Auch bietet er kein Futter für Ideologie, er ist Ideologie.</p>
<p>Und welcher Teufel reitet Euch, wenn Ihr diesem reaktionären Pack auch noch zugesteht, dass es &#8222;Autoritäten wie Regierungen&#8220; &#8222;hinterfragt&#8220;? Merkt Ihr nicht, dass Ihr Euch damit auf ein und dieselbe Gesprächsebene mit diesen Arschlöchern begebt? Der Unterschied ist dann nicht mehr der zwischen Verschwörungswahn und Gesellschaftskritik, sondern nur noch zwischen zwei Antworten auf dieselbe &#8222;Hinterfrage&#8220;. Dabei ist es doch das Einmaleins der Kritik, dass sie sich nicht an den Antworten, sondern an den Fragen abzuarbeiten hat. Nicht falsche Antworten auf eine gegebene Frage sind Gegenstand der Kritik, sondern die Frage selbst. Schon die Frage &#8222;wer ist dafür verantwortlich?&#8220; geht in die Irre, weil sie voraussetzt, dass die Menschen ihre Geschichte aus freien Stücken machen. Dass dem nicht so ist, ist das Salz der Gesellschaftskritik.</p>
<p>Vollends unglaublich finde ich, dass Ihr Euren &#8222;Verschwörungstheoretikern&#8220; auch noch &#8222;gesellschaftskritische Motivationen&#8220; unterjubelt, wenn auch nur &#8222;manchmal&#8220;. Das erinnert dann doch sehr an die Versuche der KPD in der Weimarer Republik, im Revier der NSDAP zu wildern und deren &#8222;Kritik&#8220; am &#8222;jüdischen Kapital&#8220; propagandistisch zur Kritik am Kapital überhaupt zu verallgemeinern.</p>
<p>Und dann faselt Ihr wie im Proseminar über die &#8222;Komplexität der Gesellschaft&#8220;, die durch Personifizierungen &#8222;ausgeblendet&#8220; werde. Was bitte schön ist &#8222;komplex&#8220; an einer Gesellschaft, die alles über den einen idiotischen Leisten der Profitproduktion schlägt, und wenn die Welt (zumindest die für Menschen bewohnbare) dabei zugrunde geht?</p>
<p>Auch ist nicht &#8222;meistens&#8220; rechts, wer weder rechts noch links sein will, oder kennt Ihr etwa Gegenbeispiele?</p>
<p>Und man kann diesem Pack alles Mögliche nachsagen, aber dass sie &#8222;antimodern&#8220; sind, gewiss nicht. Wie modern sie im Gegenteil sind, sagt Ihr ja selbst: Sie sind der Stoßtrupp der Wirtschaft. Schon die Kritik am NS als &#8222;antimodern&#8220; war grundfalsch, denn was gibt es Moderneres als die Industrie.</p>
<p>Am Ende angelangt, muss ich meinen einleitenden Satz revidieren: Zu viel Halbgares findet sich in Eurem Flugblatt, als dass ich es noch &#8222;ganz ok&#8220; finden könnte.</p>
<p>Solidarische Grüsse,</p>
<p>Einer von Vielen</p>
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		<title>
		Von: T.		</title>
		<link>https://endofroad.blackblogs.org/archive/9968#comment-3037</link>

		<dc:creator><![CDATA[T.]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 May 2020 23:52:01 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Herzlichen Dank für diesen hervorragenden Artikel!
Mensch sollte ihn in jeden Briefkasten dieser Stadt werfen. 
Es ist jetzt auch wichtig, die Stimme gegen die &quot;Wer Angst hat, soll zu Hause bleiben.&quot;-Zyniker (Kubicki) zu erheben und Solidarität einzufordern mit denen, die gegenüber dem Virus am verletzlichsten sind. 
Grüße aus der Neustadt, T.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Herzlichen Dank für diesen hervorragenden Artikel!<br />
Mensch sollte ihn in jeden Briefkasten dieser Stadt werfen.<br />
Es ist jetzt auch wichtig, die Stimme gegen die &#8222;Wer Angst hat, soll zu Hause bleiben.&#8220;-Zyniker (Kubicki) zu erheben und Solidarität einzufordern mit denen, die gegenüber dem Virus am verletzlichsten sind.<br />
Grüße aus der Neustadt, T.</p>
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