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	Kommentare zu: BND bekommt neuen Super-Überwachungssatelliten – von OHB	</title>
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		Von: noch ein arikel aus der presse		</title>
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		<dc:creator><![CDATA[noch ein arikel aus der presse]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Feb 2022 15:30:57 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[(Artikel aus der Wirtschaftswoche vom 14.1.2022)

 Big Brother made in Bremen 
 
Ein Anschlag auf den norddeutschen Raumfahrtkonzern OHB zerrt sein kaum bekanntes Geschäft mit Militär und Geheimdienst an die Öffentlichkeit. Die Aufträge sind lukrativ – und unverzichtbar.
 
Der Brandanschlag auf die Firmenzentrale der OHB in Bremen in der Silvesternacht sorgte für einen Schaden von Hunderttausenden Euro – und das vor wenigen Tagen aufgetauchte Bekennerschreiben für ungewollte Öffentlichkeit. „Autonome Antimilitarist*innen“ behaupten darin, OHB sei ein Rüstungsunternehmen, „für das das Geschäft mit dem Töten Alltag ist“. Schon im November 2021 schrieben Radikale in einem Brief, der EU-Grenzschutz Frontex nutze Daten der OHB-Satelliten „zur Überwachung möglicher Fluchtrouten“ von Migranten.

Die Vorwürfe sind wenig haltbar, aber sie werfen ein Schlagliht auf das wenig bekannte Militärgeschäft. Die OHB präsentiert sich in Geschäftsberichten gerne als Familienunternehmen mit Fokus auf Zivilprogramme wie das Navigationssystem Galileo oder Satelliten zum Aufspüren von Umweltsünden wie Copernicus. Dabei ist die Bundeswehr ein wichtiger Kunde. Das Militär sorgt für Umsatz - und Innoviationen.

Branchenexperten halten Aufträge mit der Bundeswehr und den Geheimdiensten gar für unverzichtbar, so der Luftfahrtexperte Heinrich Goßbongardt. &quot;Sie stärken OHB für den grundlegenden Wandel der Branche und den schärferen Wettebwerb.&quot;

Die Täter haben zumindest eins erreicht: Die OHB muss sich erklären. &quot;Wir haben keine geschäftlichen Verbindungen zu Frontex&quot;, sagt Daniela Schmidt, Vorstand für Nachhaltigkeit und Unternehmenssicherheit. Auch der Vorwurft, der Konzern baue &quot;hauptsächlich Systeme, die für militärische Interessen&quot; verwendet würden, sei falsch. OHB baue keine waffenähnlichen Systeme.

Tatsächlich stammen gut zwei Drittel des Umsatzes, der 2021 bei rund einer Milliarde Euro liegen dürfte, aus zivilem Regierungsgeschäft: etwa Mond- oder Marsmissionen, aus Asteroidenabwehr ERA und andere zivile Bestellungen der &quot;Obrigkeit&quot;, wie OHB-Chef Marco Fuchs scherzhaft die öffentliche Hand nennt. 25 Prozent der Aufträge kommen von Privatfirmen, dazu zähle der Bau von Telekommunikationssatelliten oder Systeme für Schaltanlagen der Deutschen Bahn. Das Geschäft mit Streitkräften mache rund acht Prozent des  Umsatzes aus, also keine 100 Millionen Euro.

In der gut 60-jährigen Geschichte des Unternehmens spielte das Militär aber immer eine tragende Rolle. Bereits die vorgängerfirma Otto Hydraulik Bremen baute Systeme für die Bundesmarine. Als Christa und Manfred Fuchs, die Eltern des heutigen Chefs in den Achtzigerjahren OHB übernahmen, konzentrierten sie sich zwar auf die Zivilprodukte wie Telekom-Satelliten oder einen Himmelskörper für Experimente im All (&quot;Brem-Sat&quot;). Den Durchbruch brachte aber 2001 ein Militärauftrag: die Projektleitung für Radar-Aufklärungssatelliten der Bundeswehr, kurz SAR-Lupe. &quot;Dabei schaffen wir es anders als andere, die Satelliten nicht nur rechtzeitig, sondern auch zum vereinbarten Preis zu liefern&quot;, sagt Schmidt.

Seitdem ist die Bundeswehr Sammkunde. Das Militär bestellte das Satellitenkommuniationssystem SATBOMBw und den SAR-Lupe-Nachfolger SARah. Dazu kommen militärische und zivil nutzbare Programme wie EDRS zur sicheren Datenübertragung. Sie helfen etwa, Drohnen zu steuern oder Überwachungsdaten zu übermitteln. Davon profitieren auch Rettungskräfte und Hilfsorganisationen in Katastrophengebieten. Der Bundesnachrichtendienst bestellte ein Überwachungssystem namens GEORG. Details nennt OHB nicht. Die Kunden verlangten &quot;extreme Zurückhatung&quot;.

Das Geschäft mit Aufträgen der Bundesrepublik sei durchaus &quot;lukrativ&quot;, sagt Schmidt. Militärgeräte seien teschnisch anspruchsvoll, ließen sich aber mit geringem Risiko umsetzen. Der Staat gilt als zuverlässig und zahlt bei nachträglichen Änderungen klaglos Mehrkosten nebst Gewinnzuschlag. &quot;Selbst wenn ein Unternehmen in der Ausschreibung knapp kalkuliert hant, landet es dann meist einem Bereich, der finanziell spaß macht&quot;, so Großbongardt. Weiterer Vorteil: Um die Ansprüche des Militärs zu erfüllen, müssen die Hersteller fast alle Teile und Verfahren neu entwickeln. Damit peppen sie später ihre zivilen Programme auf. OHB sieht sich deshalb im Markt gut positioniert. Die Nachfrage nach Satelliten könne bis 2040 eine Billion Euro erreichen, schätzt die Schweizer UBS.

Um die Auftäge bewerben sich immer mehr: Space-X von Tesla-Lenker Elon Musk, Blue Orgin von Amazon-Gründer Jeff Bezos und Altstars wie Airbus. &quot;Unsere Stärke&quot;, sagt Managierin Schmidt, &quot;ist und bleibt, dass wir als Mittelständler immer ein wenig schneller und effizienter sind.&quot;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>(Artikel aus der Wirtschaftswoche vom 14.1.2022)</p>
<p> Big Brother made in Bremen </p>
<p>Ein Anschlag auf den norddeutschen Raumfahrtkonzern OHB zerrt sein kaum bekanntes Geschäft mit Militär und Geheimdienst an die Öffentlichkeit. Die Aufträge sind lukrativ – und unverzichtbar.</p>
<p>Der Brandanschlag auf die Firmenzentrale der OHB in Bremen in der Silvesternacht sorgte für einen Schaden von Hunderttausenden Euro – und das vor wenigen Tagen aufgetauchte Bekennerschreiben für ungewollte Öffentlichkeit. „Autonome Antimilitarist*innen“ behaupten darin, OHB sei ein Rüstungsunternehmen, „für das das Geschäft mit dem Töten Alltag ist“. Schon im November 2021 schrieben Radikale in einem Brief, der EU-Grenzschutz Frontex nutze Daten der OHB-Satelliten „zur Überwachung möglicher Fluchtrouten“ von Migranten.</p>
<p>Die Vorwürfe sind wenig haltbar, aber sie werfen ein Schlagliht auf das wenig bekannte Militärgeschäft. Die OHB präsentiert sich in Geschäftsberichten gerne als Familienunternehmen mit Fokus auf Zivilprogramme wie das Navigationssystem Galileo oder Satelliten zum Aufspüren von Umweltsünden wie Copernicus. Dabei ist die Bundeswehr ein wichtiger Kunde. Das Militär sorgt für Umsatz &#8211; und Innoviationen.</p>
<p>Branchenexperten halten Aufträge mit der Bundeswehr und den Geheimdiensten gar für unverzichtbar, so der Luftfahrtexperte Heinrich Goßbongardt. &#8222;Sie stärken OHB für den grundlegenden Wandel der Branche und den schärferen Wettebwerb.&#8220;</p>
<p>Die Täter haben zumindest eins erreicht: Die OHB muss sich erklären. &#8222;Wir haben keine geschäftlichen Verbindungen zu Frontex&#8220;, sagt Daniela Schmidt, Vorstand für Nachhaltigkeit und Unternehmenssicherheit. Auch der Vorwurft, der Konzern baue &#8222;hauptsächlich Systeme, die für militärische Interessen&#8220; verwendet würden, sei falsch. OHB baue keine waffenähnlichen Systeme.</p>
<p>Tatsächlich stammen gut zwei Drittel des Umsatzes, der 2021 bei rund einer Milliarde Euro liegen dürfte, aus zivilem Regierungsgeschäft: etwa Mond- oder Marsmissionen, aus Asteroidenabwehr ERA und andere zivile Bestellungen der &#8222;Obrigkeit&#8220;, wie OHB-Chef Marco Fuchs scherzhaft die öffentliche Hand nennt. 25 Prozent der Aufträge kommen von Privatfirmen, dazu zähle der Bau von Telekommunikationssatelliten oder Systeme für Schaltanlagen der Deutschen Bahn. Das Geschäft mit Streitkräften mache rund acht Prozent des  Umsatzes aus, also keine 100 Millionen Euro.</p>
<p>In der gut 60-jährigen Geschichte des Unternehmens spielte das Militär aber immer eine tragende Rolle. Bereits die vorgängerfirma Otto Hydraulik Bremen baute Systeme für die Bundesmarine. Als Christa und Manfred Fuchs, die Eltern des heutigen Chefs in den Achtzigerjahren OHB übernahmen, konzentrierten sie sich zwar auf die Zivilprodukte wie Telekom-Satelliten oder einen Himmelskörper für Experimente im All (&#8222;Brem-Sat&#8220;). Den Durchbruch brachte aber 2001 ein Militärauftrag: die Projektleitung für Radar-Aufklärungssatelliten der Bundeswehr, kurz SAR-Lupe. &#8222;Dabei schaffen wir es anders als andere, die Satelliten nicht nur rechtzeitig, sondern auch zum vereinbarten Preis zu liefern&#8220;, sagt Schmidt.</p>
<p>Seitdem ist die Bundeswehr Sammkunde. Das Militär bestellte das Satellitenkommuniationssystem SATBOMBw und den SAR-Lupe-Nachfolger SARah. Dazu kommen militärische und zivil nutzbare Programme wie EDRS zur sicheren Datenübertragung. Sie helfen etwa, Drohnen zu steuern oder Überwachungsdaten zu übermitteln. Davon profitieren auch Rettungskräfte und Hilfsorganisationen in Katastrophengebieten. Der Bundesnachrichtendienst bestellte ein Überwachungssystem namens GEORG. Details nennt OHB nicht. Die Kunden verlangten &#8222;extreme Zurückhatung&#8220;.</p>
<p>Das Geschäft mit Aufträgen der Bundesrepublik sei durchaus &#8222;lukrativ&#8220;, sagt Schmidt. Militärgeräte seien teschnisch anspruchsvoll, ließen sich aber mit geringem Risiko umsetzen. Der Staat gilt als zuverlässig und zahlt bei nachträglichen Änderungen klaglos Mehrkosten nebst Gewinnzuschlag. &#8222;Selbst wenn ein Unternehmen in der Ausschreibung knapp kalkuliert hant, landet es dann meist einem Bereich, der finanziell spaß macht&#8220;, so Großbongardt. Weiterer Vorteil: Um die Ansprüche des Militärs zu erfüllen, müssen die Hersteller fast alle Teile und Verfahren neu entwickeln. Damit peppen sie später ihre zivilen Programme auf. OHB sieht sich deshalb im Markt gut positioniert. Die Nachfrage nach Satelliten könne bis 2040 eine Billion Euro erreichen, schätzt die Schweizer UBS.</p>
<p>Um die Auftäge bewerben sich immer mehr: Space-X von Tesla-Lenker Elon Musk, Blue Orgin von Amazon-Gründer Jeff Bezos und Altstars wie Airbus. &#8222;Unsere Stärke&#8220;, sagt Managierin Schmidt, &#8222;ist und bleibt, dass wir als Mittelständler immer ein wenig schneller und effizienter sind.&#8220;</p>
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